<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!-- generator="wordpress/2.3.2" -->
<rss version="2.0"
	xmlns:content="http://purl.org/rss/1.0/modules/content/"
	xmlns:wfw="http://wellformedweb.org/CommentAPI/"
	xmlns:dc="http://purl.org/dc/elements/1.1/"
	>

<channel>
	<title>زمستانم در تهران</title>
	<link>http://blog.khorsandifar.de</link>
	<description>Mein Winter in Teheran</description>
	<pubDate>Sun, 02 May 2010 23:33:26 +0000</pubDate>
	<generator>http://wordpress.org/?v=2.3.2</generator>
	<language>en</language>
			<item>
		<title>Kleines Kommunikations-Einmaleins</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/09/kleines_kommunikations-einmaleins/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/09/kleines_kommunikations-einmaleins/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Jan 2007 22:15:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/09/kleines_kommunikations-einmaleins/</guid>
		<description><![CDATA[Für den heutigen Tag hatte ich keine besonderen Pläne und dementsprechend unspektakulär verlief er auch. Nach der Schule habe ich die Zeit genutzt und einige Telefonate gen Heimat geführt, die fast alle geschäftlicher Natur waren. Ich muß auch an dieser Stelle nochmal festhalten, daß ich wirklich froh bin, mich bereits vor meiner Abreise aus Deutschland [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Für den heutigen Tag hatte ich keine besonderen Pläne und dementsprechend unspektakulär verlief er auch. Nach der Schule habe ich die Zeit genutzt und einige Telefonate gen Heimat geführt, die fast alle geschäftlicher Natur waren. Ich muß auch an dieser Stelle nochmal festhalten, daß ich wirklich froh bin, mich bereits vor meiner Abreise aus Deutschland um eine iranische <a href="http://www.onlinekosten.de/mobilfunk/netztechnik/simkarte" target="_blank" class="liexternal">SIM-Karte</a> gekümmert zu haben. Gerade als Ausländer hat man es mit eigenem Telefon deutlich einfacher.</p>
<p>Um im Iran mobil zu telefonieren, gibt es – wie auch in anderen Ländern – prinzipiell zwei Möglichkeiten: Sofern der eigene Netzbetreiber eine <a href="http://www.environmental-studies.de/GSM_Netz/Roaming/roaming.html" target="_blank" class="liexternal">Auslandsfreischaltung</a> mit einem iranischen Mobilfunkanbieter hat, funktioniert das eigene Telefon unverändert auch dort. Einfach einschalten, einbuchen und schon ist man unter der eigenen Nummer erreichbar. Das ist zwar sehr bequem, aber auch sehr teuer. Und das nicht nur, wenn man anruft, sondern vor allem auch dann, wenn man angerufen wird.</p>
<p>Denn es ist bei Mobiltelefonaten generell so, daß der Anrufer immer nur den Kostenanteil im Heimatnetz übernimmt (da er ja nicht wissen kann, wo sich der Angerufene gerade befindet). Wenn man sich also mit seinem Telefon im Ausland befindet, zahlt man wirklich für jede Gesprächsminute, ganz gleich in welche Richtung. Zwischen Deutschland und Iran hätte mich das etwa einen Euro pro Minute für ausgehende und etwa zwei Euro pro Minute für eingehende Telefonate gekostet. Und bedeutet, daß mich bereits eine Woche Telefonieren deutlich mehr als Hin- und Rückflug zusammen gekostet hätten. Kein Witz!</p>
<p>Die bessere Wahl war also, daß ich zwar mein Telefon mitbringe, das aber vor Ort mit einer iranischen SIM-Karte füttere. Im Iran hat sich ebenfalls der <a href="http://www.bsi.de/literat/doc/gsm/index.htm" target="_blank" class="liexternal">GSM-Standard</a> durchgesetzt, so daß alle bei uns funktionierenden Mobiltelefone auch dort ohne Schwierigkeiten eingesetzt werden können. Gefunkt wird auf 900 und 1800 MHz, was hierzulande dem D- und dem E-Netz entspricht. Da die Mobiltelefonie im Iran relativ jung ist, weist die Netzkarte insbesondere in ländlichen Gegenden noch viele weiße Flecken auf.</p>
<p>Der gesamte iranische Mobilfunkmarkt ist allerdings stark am expandieren und hat sich innerhalb des letzten Jahres fast verdoppelt. Marktführer ist derzeit die staatliche <a href="http://www.irantelecom.ir/" target="_blank" class="liexternal">TCI</a> (Telecommunication Company of Iran) mit rund 13 Millionen Teilnehmern, gefolgt von <a href="http://www.taliya.ir/" target="_blank" class="liexternal">Taliya</a> mit etwa 500.000 und <a href="http://www.irancell.ir/" target="_blank" class="liexternal">MTN Irancell</a> mit ungefähr 150.000 Kunden.</p>
<p>Prinzipiell haben Neukunden genau wie bei uns die Wahl zwischen einem Festvertrag mit monatlicher Grundgebühr und einer Guthabenkarte, die aufgeladen werden muß, wenn das Guthaben verbraucht ist. Für Touristen und andere Besucher ohne festen Wohnsitz im Iran kommt aber aus praktischen Gründen eigentlich immer nur die zweite Option in Frage. Um loszulegen, benötigt man ein Startpaket der jeweiligen Telefongesellschaft, das in Telefonläden und teilweise auch an sehr dubiosen Orten erworben werden kann. Enthalten sind neben der obligatorischen SIM-Karte und einem Anmeldeformular (deshalb Reisepaß mitnehmen!) auch ein Anfangsguthaben und diverse Instruktionen in persisch und englisch.</p>
<p>Da ich während meiner Zeit hier aus geschäftlichen Gründen erreichbar sein muß, haben nette Menschen mir bereits vor meiner Ankunft eine <a href="http://blog.khorsandifar.de/index.php/meine_telefonnummer" class="liinternal">Telefonnummer</a> und SIM-Karte organisiert. Dadurch bin ich ohne mein Zutun bei Taliya gelandet und bislang auch sehr zufrieden. Die Geprächsqualität ist gut, die Erreichbarkeit in Teheran ebenfalls. Und zum Vergleich: Rufe ich von hier aus eine beliebige Nummer in Deutschland an, ganz gleich ob Fest- oder Mobilnetz, zahle ich dafür umgerechnet 0,25 € pro Minute. Werde ich angerufen, kostet mich das überhaupt nichts. <a href="http://www.leitfaden.net/kommunikation-medien/sms-short-message-service.html" target="_blank" class="liexternal">SMS</a> innerhalb des Landes liegen bei etwa einem bis zwei Cent pro Kurzmitteilung.</p>
<p>Wenn das Guthaben aufgebraucht ist, benötige ich eine <a href="http://www.taliya.ir/english/products/taliyacard.html" target="_blank" class="liexternal">Aufladekarte</a>, die es in drei Farben – entsprechend den drei Beträgen – gibt. Zu erhalten sind die praktisch an jeder Straßenecke, vor den Erwerb hat die iranische Gesellschaft aber das Feilschen gestellt. Ein Beispiel: Die mittlere, blaue Karte hat einen Wert von 200.000 Rial. Zusammen mit den anfallenden 6 % Steuern müßte sie also 212.000 Rial kosten. Fakt ist, daß man sie praktisch nirgends zu diesem Preis erhalten wird. Mittlerweile bin ich so geübt, daß ich statt der oft geforderten 240.000 nur 220.000 Rial dafür zahle, wofür ich gelegentlich sogar von iranischen Bekannten anerkennende Blicke ernte&#8230;</p>
<p>Und das geht so: Ich teile dem Kioskbesitzer mit, daß ich eine blaue Taliya-Karte möchte. Er hält sie mir hin und fordert 24 Toman, was eigentlich 24.000 Toman sind, die wiederum 240.000 Rial entsprechen (mehr dazu vielleicht bei Gelegenheit&#8230;). Ich breche augenblicklich in lautes Wehklagen aus, lasse ihn wissen, daß der geforderte Preis viel zu hoch sei und strecke ihm meine bereits passend abgezählten 22.000 Toman entgegen. Der Kioskbesitzer erkennt meine recht klare Preisvorstellung und geht runter auf 23.500. Ich schüttle energisch den Kopf und signalisiere, daß ich diese Karten nicht zum ersten Mal kaufe und sehr wohl weiß, wie ein marktüblicher Preis aussieht. Er geht runter auf 23.000.</p>
<p>Jetzt kommt der Moment der Wahrheit: Ich greife zur Karte und drücke ihm mein Bündel Scheine in die Hand. Er zählt nach und kommt zu dem Ergebnis, daß es nur 22.000 Toman sind. Ich bestätige das und teile ihm mit, daß er das Geld behalten oder seine Karte zurückhaben könne. In den allermeisten Fällen wird er mürrisch akzeptieren, von mir ein freundliches Dankeschön hören – und das war&#8217;s bis zum nächsten Mal.</p>
<p>Soviel dazu. Dieser Beitrag ist unter anderem auch deshalb ziemlich umfangreich geworden, weil ich vor meiner Abreise intensiv nach deutsch- oder englischsprachigen Informationen über die iranischen Mobilfunknetze gesucht habe, aber nicht viel finden konnte. Vielleicht helfen meine Hinweise ja künftigen Iran-Reisenden weiter. Wer gerade zu diesem Thema recherchiert und über eine <a href="http://www.stupidedia.org/stupi/Suchmaschine" target="_blank" class="liexternal">Suchmaschine</a> hierher gelangt ist, kann sich ja mal später mit seinen Erfahrungen bei den Kommentaren verewigen. Würde mich freuen!</p>
<p>Übrigens ist mir immer noch etwas schlecht vom <a href="http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/08/das_schweigen_der_laemmer/" class="liinternal">gestrigen Schaf</a>. Ich weiß ja nicht, ob Schafe (wie Katzen) mehrere Leben haben. Falls ja, dann kann das Rumoren in meinem Bauch nur bedeuten, daß meins gerade Wiederauferstehung feiert&#8230;</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F09%2Fkleines_kommunikations-einmaleins%2F';
  addthis_title  = 'Kleines+Kommunikations-Einmaleins';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/09/kleines_kommunikations-einmaleins/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Das Schweigen der Lämmer</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/08/das_schweigen_der_laemmer/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/08/das_schweigen_der_laemmer/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Jan 2007 21:42:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/08/das_schweigen_der_laemmer/</guid>
		<description><![CDATA[Kalepache (کله پاچه) ist eines der Dinge, das die Menschheit ohne wenn und aber in zwei Lager teilt. Dazwischen gibt es nichts. Somit provoziert es ähnlich eindeutige Stellungnahmen wie beispielsweise Marzipan oder die Musik von Kate Bush, die ebenfalls wahlweise als Ausdruck höchster Sinnesfreuden oder als Beweis dafür gelten, daß der Höhepunkt der Zivilisation bereits [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Kalepache</em> (کله پاچه) ist eines der Dinge, das die Menschheit ohne wenn und aber in zwei Lager teilt. Dazwischen gibt es nichts. Somit provoziert es ähnlich eindeutige Stellungnahmen wie beispielsweise <a href="http://www.hr-online.de/website/rubriken/freizeit/index.jsp?rubrik=7736&amp;key=standard_document_2153894" target="_blank" class="liexternal">Marzipan</a> oder die Musik von <a href="http://www.lastfm.de/music/Kate+Bush" target="_blank" class="liexternal">Kate Bush</a>, die ebenfalls wahlweise als Ausdruck höchster Sinnesfreuden oder als Beweis dafür gelten, daß der Höhepunkt der Zivilisation bereits vor langer Zeit erreicht wurde und wir uns alle wieder auf dem absteigenden Ast befinden.</p>
<p>Marzipan übrigens stammt aus dem vorderen Asien, vermutlich Persien, und gelangte von dort durch die Kreuzzüge im 13. Jahrhundert nach Europa. Im Laufe der letzten sieben Jahrhunderte wurde es hier seßhaft und wirkt in bestimmten nördlicheren Regionen mittlerweile sogar identitätsstiftend. Daß es <em>Kalepache</em>, das aus der gleichen Gegend stammt, im Laufe der kommenden Jahrhunderte irgendwann ähnlich ergehen wird, wage ich nach dem heutigen Erlebnis zu bezweifeln.</p>
<p>Die Geschichte begann eigentlich ganz harmlos: Ich war abends noch mit einem Freund unterwegs und plötzlich stand die Frage im Raum, ob wir nicht noch eine Kleinigkeit essen sollten. Ich schlug spontan vor, etwas Traditionelles zu probieren und er meinte, daß er dafür den richtigen Ort kenne und dieser – oh Zufall! – nur ein paar Minuten entfernt sei. Ab diesem Moment nahm das Verhängnis seinen Lauf.</p>
<p>Was wir kurz darauf betraten war ein kleiner Laden, den man sich als Zwischending zwischen einem sehr einfachen Restaurant und einer Imbißbude vorstellen muß. Im vorderen Bereich, hinter einer Theke, stand der Betreiber und hatte vor sich einen sehr großen, etwa 15 Zentimeter hohen Topf. Dieser war zur Hälfte mit Öl gefüllt und enthielt drei Schafsköpfe. Wir nahmen direkt gegenüber Platz, mein Freund bestellte zwei Portionen <em>Kalepache</em> und meinte zu mir, daß wir in Kürze das Maximum dessen erreichen würden, was im Iran in traditionell-kulinarischer Hinsicht machbar sei&#8230;</p>
<p>Zunächst bekam jeder von uns einen Teller mit dem abgeschöpften Schafsfett und Öl, was gewürzt und mit Brot wie eine Suppe gegessen wurde. Für sich genommen bereits recht gehaltvoll, mit eigenwilliger Geschmacksnote und nicht unbedingt jedermanns Ding. Während wir löffelten, konnten wir zusehen, wie der Koch das Fleisch der drei Schafsköpfe mit seinen Fingern in langen Streifen herunterpopelte und auf Tellern verteilte. Das sollte unser zweiter Gang werden.</p>
<p>Schafskopffleisch, das noch kurz zuvor an dem von der Evolution bestimmten Ort war, sich aber plötzlich auf einem Teller wiederfindet, hat eine merkwürdige Konsistenz: etwas schmierig, streckenweise faserig und immer wieder versetzt mit kleinen Knötchen und Klümpchen, die einen unweigerlich denken lassen, das arme Tier mußte zusätzlich auch seine Mandeln hergeben. Genauso, wie es aussieht, schmeckt es auch.</p>
<p>Was soll ich sagen: Ich habe tapfer durchgehalten, Unmengen von Brot verbraucht und bis auf die wirklich ekligen Stellen alles aufgegessen. Hinterher war ich zwar etwas stolz auf mich, gleichzeitig war mir aber auch so schlecht, wie schon lange nicht mehr. Mein Bedarf an Traditionen sowie der Kalorienbedarf für die gesamte Woche sind jedenfalls erstmal gedeckt.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F08%2Fdas_schweigen_der_laemmer%2F';
  addthis_title  = 'Das+Schweigen+der+L%C3%A4mmer';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/08/das_schweigen_der_laemmer/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der alte Mann und das Mädchen</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/07/der_alte_mann_und_das_maedchen/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/07/der_alte_mann_und_das_maedchen/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 07 Jan 2007 20:15:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/07/der_alte_mann_und_das_maedchen/</guid>
		<description><![CDATA[Wohlmeinende Mitmenschen haben mich bereits vor meiner Abreise mit langen Listen jener Plätze und Dinge versehen, die ich während meiner Zeit im Iran unbedingt sehen müsse. Auf allen Listen stand &#8220;Darband&#8221; ziemlich weit oben. Darband (دربند) war früher mal ein Dorf, gehört aber mittlerweile zu Teheran und liegt oberhalb des Meydun-e Tadjrisch, also nicht weit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wohlmeinende Mitmenschen haben mich bereits vor meiner Abreise mit langen Listen jener Plätze und Dinge versehen, die ich während meiner Zeit im Iran unbedingt sehen müsse. Auf allen Listen stand &#8220;Darband&#8221; ziemlich weit oben. <em>Darband</em> (دربند) war früher mal ein Dorf, gehört aber mittlerweile zu Teheran und liegt oberhalb des <em>Meydun-e Tadjrisch</em>, also nicht weit entfernt von meiner Universität. Für die Teheraner ist <em>Darband</em> nicht nur ein beliebtes Ausflugsziel, sondern – aufgrund seiner Lage in den Bergen und der dadurch besseren Luft – auch ein Fluchtpunkt vor den drückenden Abgasen der Innenstadt.</p>
<p>Nach dem Unterricht heute habe ich mich zu Fuß auf den Weg gemacht. Im Nachhinein ärgere ich mich ein bißchen, daß ich nicht zunächst nach Hause gefahren bin und die große Fotoausrüstung mitgenommen habe. So hatte ich nur eine kleine Kamera, dafür aber auch meine ganzen Schulsachen dabei. Tja, dumm gelaufen&#8230;</p>
<p>Direkt vom <em>Meydun-e Tadjrisch</em> geht es auf einer zunächst noch relativ breiten und viel befahrenen Straße steil bergauf, bis man nach einiger Zeit an einen einladenden Platz mit vielen Läden und Restaurants kommt, den <em>Meydun-e Darband</em>. Ab dort werden die Straßen enger und der Verkehr weniger, was in Verbindung mit dem winterlichen Klima und dem Schnee für eine schöne Stimmung sorgt.</p>
<p>Ich bin also immer weiter nach oben gegangen, bis ich nach längerem Marschieren schließlich zu einem kleinen, verwinkelten Dorf kam. Da überall Schnee lag und die Iraner offensichtlich auch in den höheren Regionen nichts vom Schneeräumen halten, war alles spiegelglatt. Auf einer der recht tristen Straßen spielte gelangweilt ein etwa sechs oder sieben Jahre altes Mädchen. Als es mich erblickte, änderte sich seine Stimmung schlagartig: Es kam auf mich zu und fing freudig an, mich tausend Dinge zu fragen&#8230;woher ich komme, wie mein Name sei, was ich im Ort mache und so weiter und so fort.</p>
<p>Während ich mit Händen, Füßen und meinen drei Brocken Persisch dabei war, den drängendsten Anliegen des Mädchens zumindest ansatzweise gerecht zu werden, kam ein alter Mann um die Ecke und erblickte uns beide auf der ansonsten menschenleeren Straße. Meine spontane Einschätzung der Situation ergab, daß besagter Mann mindestens 120 Jahre alt, von gefestigtem Glauben und ein energischer Verfechter der Todesstrafe sein müsse. Jedenfalls kam er schnurstracks auf uns zu, nahm das Mädchen schützend beiseite und fragte es, was ich von ihm wolle.</p>
<p>Das Mädchen erklärte freudestrahlend, daß sie mich angesprochen habe, weil sie wissen wollte, wer ich bin. Offensichtlich war das nicht die Antwort, die der Mann erwartet hatte, so daß er mürrisch weiterzog. Ich tat es ihm wenig später gleich, da der Ort ansonsten nicht viel zu bieten hatte und ich den unterhaltungstechnischen Höhepunkt des Tages ganz offensichtlich bereits erlebt hatte.</p>
<p>Bergab wurde ich – wie bereits bergauf – von einigen Taxis überholt, deren Fahrer alle nicht verstehen konnten, daß es Leute gibt, die freiwillig den langen Weg zu Fuß beschreiten, statt sich den komfortablen Sitzen und dem automobilen Flair eines <em><a href="http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/25/der_paykan/" class="liinternal">Paykan</a></em> anzuvertrauen. Alles in allem war ich rund sechs Stunden unterwegs, bis ich schließlich wieder am <em>Meydun-e Tadjrisch</em> ankam.  Ein schöner Ausflug, der bei Frühlingswetter bestimmt noch mehr Spaß macht.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F07%2Fder_alte_mann_und_das_maedchen%2F';
  addthis_title  = 'Der+alte+Mann+und+das+M%C3%A4dchen';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/07/der_alte_mann_und_das_maedchen/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Ein Nachmittag im Park</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/06/ein_nachmittag_im_park/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/06/ein_nachmittag_im_park/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Jan 2007 21:58:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/06/ein_nachmittag_im_park/</guid>
		<description><![CDATA[In Teheran gibt es hunderte von Parks in allen Größen. Wie bei uns auch, nutzen die Städter ihre Parks für Spaziergänge, Picknicks und zur allgemeinen Entspannung. Der Park-e Mellat (پارک ملت) ist einer der ganz großen und entsprechend wichtigen Parks und mit seinen stattlichen 340.000 m² Fläche ein gerne genutztes Naherholungsgebiet.
Vor ein paar Tagen schon hatte [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In Teheran gibt es hunderte von Parks in allen Größen. Wie bei uns auch, nutzen die Städter ihre Parks für Spaziergänge, Picknicks und zur allgemeinen Entspannung. Der <em>Park-e Mellat</em> (پارک ملت) ist einer der ganz großen und entsprechend wichtigen Parks und mit seinen stattlichen 340.000 m² Fläche ein gerne genutztes Naherholungsgebiet.</p>
<p>Vor ein paar Tagen schon hatte ich einer befreundeten Iranerin versprochen, von ihr draußen ein paar Fotos zu machen. Das nicht nur deshalb, weil Portraitaufnahmen im Freien immer einen ganz besonderen Reiz haben, sondern auch, nun ja, weil es Menschen gibt, die sich für solche Aufnahmen mehr oder weniger eignen – und sie definitiv zur ersten Gruppe gehört&#8230; Weil das Wetter heute gut zu werden versprach, hatten wir uns für den frühen Nachmittag am <em>Meydun-e Vanak</em> verabredet.</p>
<p>Ich bin daher nach der Uni direkt nach Hause gefahren, habe ein paar Kleinigkeiten eingekauft, die Fototasche gepackt und mich auf den Weg zum Treffpunkt gemacht. Wir waren uns schnell einig, daß ein Park die beste Kulisse bietet und uns zu Fuß in nördlicher Richtung zu besagtem <em>Park-e Mellat</em> auf den Weg gemacht. Da der Weg jedoch recht lang war, fing meine Begleiterin schnell an, nach einer Fahrmöglichkeit Ausschau zu halten.</p>
<p>Kurz darauf bestiegen wir einen PKW, der nach meiner bisherigen Erfahrung nicht unbedingt wie ein Taxi aussah. Dazu paßte, daß der Fahrer nach etwa zehnminütiger Fahrt kein Geld wollte, sondern uns bloß freundlich verabschiedete. Die Erklärung: Junge, attraktive Iranerinnen müssen in Teheran nicht unbedingt warten, bis ein Taxi kommt, sondern können aus einer deutlich größeren Fahrzeugpalette wählen. Im dichten, stockenden Verkehr reichen meist ein Kopfnicken und drei freundliche Worte, damit beide Seiten sich finden.</p>
<p>Im Park angekommen, hatten wir schnell eine geeignete Stelle gefunden. Ich habe also alles aufgebaut und wir haben die ersten Aufnahmen gemacht. Es dauerte etwa zehn Minuten, bis ein kleiner, rundlicher Parkwächter auf seinem Motorrad angerollt kam und uns erklärte, daß Filmaufnahmen an genau dieser Stelle verboten seien. Vermutlich hängt es mit der doch recht imposanten Größe der Kamera zusammen, daß viele Zuschauer zunächst an Film- und nicht an Fotoaufnahmen denken.</p>
<p>Wir haben ihn also aufgeklärt, daß es uns nur um Fotos geht – und da er eher von der gemütlichen Truppe zu sein schien, wollte er sich wohl nicht die Mühe machen, extra von seinem Motorrad abzusteigen und nachzuschauen, sondern ließ es zunächst dabei bewenden. Kurz darauf war er allerdings wieder da und ließ uns wissen, daß Aufnahmen an dieser Stelle generell nicht gestattet wären, weil im Hintergrund ein Ministerium sei. Da die riesigen Satellitenschüsseln und Funkmasten sich beim besten Willen nicht wegdiskutieren ließen, hatte er die Fakten auf seiner Seite und wir zogen weiter.</p>
<p>Auf dem Weg ins Parkinnere kamen wir an einem See vorbei, dessen Oberfläche komplett gefroren zu sein schien. Meine Begleiterin erklärte überzeugend, daß sie es in solchen Situationen prinzipiell nicht bei einer Sichtprüfung belassen könne, sondern eine genauere Prüfung der Eisdecke geboten sei. Sprich: In den See mußte was rein. Jetzt könnte man ja glauben, daß es in einem Park schwierig wäre, auf Anhieb Steine oder ähnliches zu finden. Nicht in Teheran. Man muß wissen, daß ganz Teheran sich – zumindest ist das mein in zwei Wochen gewonnener Eindruck – in einem permanenten Bauzustand befindet. An allen Ecken werden Baumaterialien zwischen- und dauergelagert. Und gerade an griffigen Steinen scheint überall im Stadtgebiet großer Bedarf zu bestehen. Wie praktisch, daß keine zehn Meter entfernt von uns ein Haufen mit wurfgerechten Ziegelsteinen war.</p>
<p>Die folgende Situation muß man sich etwa wie folgt vorstellen: Meine Begleiterin steht am Seeufer, in beiden Händen je einen handlichen Ziegelstein. Ich bin etwa zwei Meter entfernt, um den kommenden, magischen Moment im Bild festzuhalten. Sie holt aus und schmeißt beide Steine mit ziemlicher Wucht in den See. Genau in diesem Augenblick rutscht ihr Kopftuch herunter, ich löse aus – und ein paar Soldaten kommen um die Ecke. Wir waren wohl alle ziemlich überrascht, was aber angesichts der rasanten Häufung der Ereignisse und der für alle Beteiligten deutlich wahrnehmbaren Krümmung im <a href="http://www.stupidedia.org/stupi/Raum-Zeit-Kontinuum" target="_blank" class="liexternal">Raum-Zeit-Kontinuum</a> kein Wunder war. Jedenfalls konnten wir uns allesamt ein kleines Lachen nicht verkneifen.</p>
<p>Um den Rest des Nachmittags etwas ruhiger angehen zu lassen, suchten wir uns eine im Grünen gelegene Parkbank und setzten die Aufnahmen dort fort. Nach etwa einer Viertelstunde kamen zwei Sittenwächter vorbei und ermahnten meine Begleiterin, die Kleiderordnung wiederherzustellen, da ihr Kopftuch doch inzwischen ziemlich weit hinten saß. Sittenwächter im Iran muß man sich in etwa wie <a href="http://www.sekten-info-essen.de/texte/schule.htm" target="_blank" class="liexternal">Zeugen Jehovas</a> bei uns vorstellen. Nur mit Bart und mit viel mehr Macht. Sie treten in der Regel mindestens zu zweit auf und sind so auffällig unauffällig gekleidet, daß auch Fremde sie mit etwas Übung häufig erkennen. In diesem Fall waren sie weder freundlich noch unfreundlich, sondern von einer solch fordernden Direktheit, daß jede Diskussion überflüssig war. Wir setzten die Aufnahmen also mit einem geringfügig korrigierten Kopftuch fort.</p>
<p>Alles in allem dauerten unsere Aufnahmen etwa drei Stunden. Anschließend waren wir beide ordentlich durchgefroren, gingen einen Kaffee trinken und diskutierten über die Schönheit indischer Filme und das musikalische Talent von <a href="http://indien-netzwerk.de/navigation/unterhaltung/artikel/ar-rahman.html" target="_blank" class="liexternal">A. R. Rahman</a> unter besonderer Berücksichtigung der Frage, wie er es wohl schafft, trotz seinem gewaltigen Talent und kommerziellen Erfolg derart bescheiden und sympathisch zu bleiben.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F06%2Fein_nachmittag_im_park%2F';
  addthis_title  = 'Ein+Nachmittag+im+Park';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/06/ein_nachmittag_im_park/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Teeoderkaffee</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/05/teeoderkaffee/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/05/teeoderkaffee/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 05 Jan 2007 21:13:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/05/teeoderkaffee/</guid>
		<description><![CDATA[Seit drei Tagen versuche ich jetzt schon, an eine Aufnahme von meinem Fernsehauftritt heranzukommen, hatte aber bislang nicht viel Erfolg. Eine Freundin hatte mir die Nummer einer Teheraner Firma gegeben, die Mitschnitte von Fernsehsendungen verkauft. Nach mehreren Telefonaten weiß ich jetzt, daß dort grundsätzlich keine Nachrichtensendungen archiviert werden. Ich bleibe trotzdem dran, vielleicht findet sich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit drei Tagen versuche ich jetzt schon, an eine Aufnahme von meinem <a href="http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/02/mein_weg_zu_ruhm_und_ehre/" class="liinternal">Fernsehauftritt</a> heranzukommen, hatte aber bislang nicht viel Erfolg. Eine Freundin hatte mir die Nummer einer Teheraner Firma gegeben, die Mitschnitte von Fernsehsendungen verkauft. Nach mehreren Telefonaten weiß ich jetzt, daß dort grundsätzlich keine Nachrichtensendungen archiviert werden. Ich bleibe trotzdem dran, vielleicht findet sich ein anderer Weg.</p>
<p>Heute Nachmittag war ich erneut bei der Bauernfamilie, die ich am <a href="http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/27/familienbekanntschaft/" target="_blank" class="liinternal">27. Dezember</a> kennengelernt hatte. Wir haben zusammen gesessen, gegessen, geredet – und ich mußte einen <em>Nescafé</em> trinken. Der Iraner an sich ist bekanntlich Teetrinker, so daß große Teile der Bevölkerung nur selten mit Bohnengebräu in Berührung kommen. Das führt zwangsläufig dazu, daß die dortige Vorstellung über die Beschaffenheit eines Kaffees deutlich von der unseren abweicht.</p>
<p>Einen iranischen Nescafé muß man sich etwa folgendermaßen vorstellen: Man nimmt eine kleine Tasse (Fassungsvermögen gefühlte fünf bis zehn cl) und füllt sie mit einem Teelöffel Fertigkaffeepulver, zwei Teelöffeln Zucker und ungefähr der gleichen Menge Milch. Anschließend wird bis oben mit heißem Wasser aufgefüllt. Das Ergebnis ist eine hellbraune, eklig-süße Suppe, die den Namen Kaffee nicht wirklich verdient und als größten Pluspunkt verzeichnen kann, daß die Tasse so klein und das Elend so kurz ist.</p>
<p>Andererseits – und da schließt sich der Kreis wieder – würde ich Nescafé auch in Deutschland nicht als Kaffee bezeichnen. Ich glaube, wenn Kaffeetrinker freiwillig zu Nescafé greifen, ist das in etwa so, wie wenn überzeugte Raucher sich für einen zusätzlichen Kick Nikotinpflaster verpassen. Deshalb kann es eigentlich nur eine logische Erklärung geben: Nestlé gehört der Teemafia und die hat damit ein sehr wirksames Werkzeug an der Hand, um den Kaffee-<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Schwellenland" target="_blank" class="liwikipedia">Schwellenländern</a> gleich von vorneherein die Lust auf mehr zu vermiesen. Denkt mal drüber nach&#8230;</p>
<p>Im Iran ist Fertigkaffee verhältnismäßig teuer. Deshalb sollte man es als Ausdruck der Wertschätzung betrachten, wenn einem dergleichen angeboten wird, ihn lobend trinken und anschließend artig danke sagen. Und sich am besten währenddessen einen guten Grund überlegen, mit dem man die zweite Tasse ablehnen kann, ohne daß es komisch wirkt&#8230;</p>
<p>Abends war ich alleine zuhause, habe schnell die Hausaufgaben gemacht, hatte dann aber keine Lust, in der Wohnung zu sitzen. Deshalb habe ich die Fotoausrüstung gepackt und mich zu Fuß auf den Weg gemacht. Sehenswertes gibt es schließlich an jeder zweiten Ecke.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F05%2Fteeoderkaffee%2F';
  addthis_title  = 'Teeoderkaffee';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/05/teeoderkaffee/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>±</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/04/plusminus/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/04/plusminus/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 04 Jan 2007 21:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/07/04/%c2%b1/</guid>
		<description><![CDATA[Bizarro ist ein fiktionaler Charakter von DC Comics und sowas wie das Gegenstück zu Superman. Wenn Superman gut ist, ist Bizarro böse, wenn Superman lacht, weint Bizarro und wenn Dinge in Supermans Welt gerade sind, dann sind sie bei Bizarro schräg. Eben die normale Welt – nur mit umgekehrten Vorzeichen. Merkt Euch das mal kurz, mehr dazu gleich&#8230;
Da [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.toonopedia.com/bizarro1.htm" target="_blank" class="liexternal">Bizarro</a> ist ein fiktionaler Charakter von <a href="http://www.dccomics.com/" target="_blank" class="liexternal">DC Comics</a> und sowas wie das Gegenstück zu <a href="http://www.supermanhomepage.com/" target="_blank" class="liexternal">Superman</a>. Wenn Superman gut ist, ist Bizarro böse, wenn Superman lacht, weint Bizarro und wenn Dinge in Supermans Welt gerade sind, dann sind sie bei Bizarro schräg. Eben die normale Welt – nur mit umgekehrten Vorzeichen. Merkt Euch das mal kurz, mehr dazu gleich&#8230;</p>
<p>Da ich ja, wie vorher schon erwähnt, privat untergekommen bin, kann ich Land und Leute von einer sehr direkten und unkomplizierten Seite kennenlernen. Dazu gehört auch, daß mein Gastgeber mich heute in den <em>Aladin Trading Tower</em> mitgenommen hat, in dem sich sein Computerladen befindet.</p>
<p>Eigentlich ist der &#8220;Turm&#8221; nichts anderes als eine Ladengalerie. Das trifft den Kern der Sache aber nicht annähernd. Im Grunde genommen ist er der – und jetzt kommt&#8217;s – Bizarro unter den Ladengalerien. Wer die <a href="http://www.zeilgalerie.de/" target="_blank" class="liexternal">Zeilgalerie</a> kennt, der kann sich den <em>Aladin Trading Tower</em> am besten als eine Art Anti-Zeilgalerie vorstellen. Was aber nicht automatisch heißen soll, daß die Zeilgalerie was für Superman wäre&#8230;dafür ist sie streckenweise einfach zu übel. Aber wo die Zeilgalerie hell, offen und großzügig ist, ist der Tower dunkel, eng und unübersichtlich. Und wo die Zeilgalerie aufgeräumt ist, ist der Tower das nackte Chaos.</p>
<p>Der <em>Aladin Trading Tower</em> ist auch deswegen anders, weil die vielen, vielen kleinen Geschäfte auf den vielen, vielen großen Stockwerken nur zwei Themen kennen: Mobiltelefone oder Computer. Das dafür in einer Menge, daß es einen erstmal erschlägt. In immer neuen Variationen <a href="http://www.identitaetundstrategie.com/wortmuseum/exhibition/01/wort_02.php" target="_blank" class="liexternal">mäandern</a> sich winzige Läden durch die bunte Welt der Technik, vollgepackt bis unter die Decke mit immer wieder den gleichen Produkten.</p>
<p>Der Gesamteindruck wird abgerundet durch gewaltige Menschenmassen, die sich permanent durch die Gänge und Treppenhäuser schieben – und durch ein recht eigenwilliges Sicherheitskonzept. Es scheint allgemeine Übereinkunft darin zu bestehen, daß alle gut brennbaren Materialien (wie beispielsweise Pappkartons) in den Treppenhäusern gelagert werden. Wenn irgendwann wieder in den Nachrichten zu hören ist, daß bei einem Feuer in einem fernen Land 238 Menschen verbrannt sind, werde ich in Gedanken automatisch bei dieser Bizarro-Galerie sein&#8230; <img src='http://blog.khorsandifar.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Der Laden meines Gastgebers hat eine Grundfläche von etwa 20 m² und gehandelt wird hauptsächlich mit gebrauchten Computerteilen. Ob sich das wirklich rechnet, kann ich derzeit noch nicht sagen, die Nachfrage ist aber jedenfalls vorhanden: Gerade weil das Budget vieler Iraner begrenzt ist, erweitern Anwender ihre PCs oft kostengünstig mit Gebrauchtkomponenten.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F04%2Fplusminus%2F';
  addthis_title  = '%C2%B1';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/04/plusminus/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Kochabend</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/03/kochabend/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/03/kochabend/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 03 Jan 2007 17:11:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/03/kochabend/</guid>
		<description><![CDATA[Auf meinem Weg von der Wohnung zum Meydun-e Vanak (für&#8217;s Taxi) komme ich jeden Tag an einer kleinen Bäckerei vorbei, hatte es aber aufgrund der allgemeinen Hektik und eines teilweise &#8220;straffen Tagesplans&#8221; (&#8230;positive Umschreibung&#8230;) noch nicht geschafft, dort vorbeizuschauen. Heute war das anders – Freunde hatten mich für den Abend zu einem Kochabend eingeladen, so [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf meinem Weg von der Wohnung zum <em>Meydun-e Vanak</em> (für&#8217;s Taxi) komme ich jeden Tag an einer kleinen Bäckerei vorbei, hatte es aber aufgrund der allgemeinen Hektik und eines teilweise &#8220;straffen Tagesplans&#8221; (&#8230;positive Umschreibung&#8230;) noch nicht geschafft, dort vorbeizuschauen. Heute war das anders – Freunde hatten mich für den Abend zu einem Kochabend eingeladen, so daß ich noch einige Besorgungen machen mußte.</p>
<p>Als Deutscher ist man ja brottechnisch bekanntermaßen mehr als verwöhnt: Mehr als hundert verschiedene Sorten machen Deutschland zum Land mit der größten Auswahl weltweit. Im Iran ist das Sortiment dementsprechend kleiner und unterteilt sich nach meiner bisherigen Erfahrung in zwei Gruppen:</p>
<ul>
<li>komische Sorten</li>
<li>leckere Sorten</li>
</ul>
<p>Die Konsistenz der komischen Sorten schwankt generell zwischen furztrocken und staubig, macht den Genuß etwas gewöhnungsbedürftig und ein Belegen zur Herausforderung. Dabei sollte man allerdings berücksichtigen, daß der Iraner – im Gegensatz zum Mitteleuropäer – nicht zur Fraktion der <a href="http://www.butterbrot.de/" target="_blank" class="liexternal">Brotbeleger</a> gehört. Brot wird hier entweder in Stücke gebrochen oder dient zum Aufnehmen der Speisen.</p>
<p>Die leckeren Sorten bestehen derzeit nur aus <em>Sangak</em> (سنگک), einem Fladenbrot, das in großen Öfen direkt auf heißen Steinen gebacken wird und seine Herkunft auch durch den Namen verrät: <em>Sang</em> (سنگ) ist das persische Wort für Stein. Wer in den Iran kommt, tut gut daran, zunächst nach <em>Sangak</em> Ausschau zu halten.</p>
<p>Zurück zur Bäckerei: Ich habe mit dem Bäckermeister etwa zwanzig Minuten über die Welt im Allgemeinen sowie sein Sortiment im Besonderen diskutiert und anschließend eine bunte Auswahl seiner Backwaren mitgenommen. Jetzt weiß ich, daß sein Bruder in Hamburg studiert – und daß die Unterhaltung nur drei Minuten gedauert hätte, wenn mein Persisch besser wäre&#8230; Später habe ich noch diverse andere Lebensmittel gekauft und mich am frühen Abend auf den Weg zum Kochabend gemacht.</p>
<p>Wir waren zu dritt, haben viel gekocht, viel gegessen, viel gelacht und die Satelliten-TV-Kanäle in allen Richtungen durchgenudelt. Ein schöner Abend!</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F03%2Fkochabend%2F';
  addthis_title  = 'Kochabend';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/03/kochabend/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mein Weg zu Ruhm und Ehre</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/02/mein_weg_zu_ruhm_und_ehre/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/02/mein_weg_zu_ruhm_und_ehre/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 02 Jan 2007 13:18:40 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/02/mein-weg-zu-ruhm-und-geld/</guid>
		<description><![CDATA[Ab heute bin ich offiziell berühmt! Wie ich von verschiedenen Seiten erfahren habe, ist mein Kirchenbesuch am 29. Dezember nicht ohne Folgen geblieben&#8230;
Ich hatte ja geschrieben, daß wir in der zweiten Reihe hinter einigen wichtigen Persönlichkeiten saßen und daß zudem auch das Fernsehen vor Ort war. Wie ich jetzt weiß, war das für eine Sondersendung [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ab heute bin ich offiziell berühmt! Wie ich von verschiedenen Seiten erfahren habe, ist mein Kirchenbesuch am 29. Dezember nicht ohne Folgen geblieben&#8230;</p>
<p>Ich hatte ja geschrieben, daß wir in der zweiten Reihe hinter einigen wichtigen Persönlichkeiten saßen und daß zudem auch das Fernsehen vor Ort war. Wie ich jetzt weiß, war das für eine Sondersendung zu &#8220;unserem&#8221; Neujahr, die im <a href="http://tv1.irib.ir/" target="_blank" class="liexternal">ersten Programm des staatlichen iranischen Fernsehens</a> ausgestrahlt wurde. Ich war angeblich mehrfach in Großaufnahme zu sehen und bin von einigen meiner Bekannten hier darauf angesprochen worden. Ich muß mal zusehen, daß ich irgendwo eine Kopie von der Aufnahme auftreibe&#8230;</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F02%2Fmein_weg_zu_ruhm_und_ehre%2F';
  addthis_title  = 'Mein+Weg+zu+Ruhm+und+Ehre';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/02/mein_weg_zu_ruhm_und_ehre/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mein Schulalltag</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/01/mein_schulalltag/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/01/mein_schulalltag/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 01 Jan 2007 15:24:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/01/25/</guid>
		<description><![CDATA[Nach all den vielen Berichten aus Teheran heute mal ein paar Worte zum eigentlichen Anlaß meines Aufenthaltes hier. Teheran besitzt – wie es sich für eine Stadt dieser Größenordnung gehört – mehrere Universitäten. Das Institut, das ich täglich besuche, ist der größten Universität angeschlossen, liegt aber nicht auf dem eigentlichen Universitätsgelände. Angeboten werden diverse Kurse, darunter auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nach all den vielen Berichten aus Teheran heute mal ein paar Worte zum eigentlichen Anlaß meines Aufenthaltes hier. Teheran besitzt – wie es sich für eine Stadt dieser Größenordnung gehört – mehrere Universitäten. Das Institut, das ich täglich besuche, ist der größten Universität angeschlossen, liegt aber nicht auf dem eigentlichen Universitätsgelände. Angeboten werden diverse Kurse, darunter auch die Persischkurse für Ausländer. Diese untergliedern sich in die Stufen &#8220;Elementary&#8221;, &#8220;Intermediate&#8221; und &#8220;Advanced&#8221; und werden durch einige Sonderkurse ergänzt, die optional besucht werden können.</p>
<p>In meiner Klasse sind wir derzeit zwölf Studenten aus den Ländern Amerika, Australien, Brasilien, China, Deutschland, England, Neuseeland, Pakistan, Rumänien, Saudi-Arabien und Südkorea. In den anderen Persischkursen sind außerdem noch ettliche weitere Länder vertreten. Für die Kommunikation untereinander haben wir uns auf englisch geeinigt, da das mehr oder weniger von allen verstanden wird. Der Unterricht selber findet allerdings ausschließlich auf persisch statt! Die Stimmung in meiner Klasse ist optimal und wir kommen nicht nur mit dem Arbeitsmaterial gut voran, sondern haben auch eine Menge Spaß. Die Unterrichtszeit wird durch eine etwa halbstündige Pause unterbrochen, in der wir – wie könnte es anders sein – einen Tee zu uns nehmen.</p>
<p>Zum Institut gelange ich jeden Morgen, indem ich von &#8220;meiner&#8221; Wohnung etwa 20 Minuten zum <em>Meydun-e Vanak</em> laufe. Das ist der nächstgelegene größere Platz, von dem aus die Sammeltaxis abfahren. Ein Sammeltaxi muß man sich etwa wie einen Linienbus vorstellen, da es in der Regel zwischen zwei vom Fahrer festgelegten Punkten verkehrt. Vorne kommt ein Passagier rein und auf der Rückbank quetschen sich drei Mitfahrer samt ihren Taschen. Das ist nicht besonders bequem, dafür aber (je nach Verkehrsdichte) schnell und aus unserer Sicht spottbillig. Die Fahrt mit dem Sammeltaxi kostet mich umgerechnet etwa 0,40 € und wird nur noch vom Omnibus unterboten. Die Fahrt dauert je nach Verkehrsdichte zwischen einer halben und einer Dreiviertelstunde.</p>
<p>Bei den oben erwähnten Zusatzkursen handelt es sich um weiteren Unterricht auf freiwilliger Basis, der in der Regel einen größeren Praxisbezug hat. Meine Klasse hat beispielsweise jeden Mittwoch zusätzlich eine Stunde &#8220;Redeunterricht&#8221;. Dafür sitzen wir in einem Multimediaraum mit Sprechkabinen und Kopfhörern, hören vom Band verschiedene Alltagssituationen und reden anschließend darüber. In den fortgeschritteneren Klassen werden beispielsweise auch persische Zeitungen gelesen oder Radio- und Fernsehsendungen verfolgt.</p>
<p>Alles in allem ein sehr rundes Programm, das Lust auf mehr macht.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2007%2F01%2F01%2Fmein_schulalltag%2F';
  addthis_title  = 'Mein+Schulalltag';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/01/mein_schulalltag/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Doppelter Anlaß zum Feiern</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/31/doppelter_anlass_zum_feiern/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/31/doppelter_anlass_zum_feiern/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 31 Dec 2006 22:12:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/31/doppelter-anlas-zum-feiern/</guid>
		<description><![CDATA[Heute abend beginnt das neue Jahr – was aber weder mich noch den Rest Teherans sonderlich beeindruckt. Das iranische Neujahrsfest läßt noch einige Tage auf sich warten und nur von wenigen, besser informierten Iranern hört man gute Wünsche zu &#8220;unserem&#8221; neuen Jahr oder ähnliches.
Ich hatte geplant, den Abend mit einigen rumänischen und iranischen Bekannten zu verbringen, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute abend beginnt das neue Jahr – was aber weder mich noch den Rest Teherans sonderlich beeindruckt. Das iranische Neujahrsfest läßt noch einige Tage auf sich warten und nur von wenigen, besser informierten Iranern hört man gute Wünsche zu &#8220;unserem&#8221; neuen Jahr oder ähnliches.</p>
<p>Ich hatte geplant, den Abend mit einigen rumänischen und iranischen Bekannten zu verbringen, so daß wir gleich doppelt Anlaß zum Feiern hatten: Natürlich wegen des neuen Jahres, aber auch deshalb, weil Rumänien ab morgen zur Europäischen Union gehören würde, also dem zivilisierten Teil der Menschheit offiziell beitritt.</p>
<p>Wir haben also gemeinsam gekocht, gegessen und auch das eine oder andere alkoholische Getränk konsumiert. Der Abend hätte nicht besser sein können, dauerte bis etwa 2:00 Uhr lokaler Zeit und wir hatten alle eine Menge Spaß. Kurz und gut: Auch im Iran kriegt man die Silvesternacht ordentlich rum.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F31%2Fdoppelter_anlass_zum_feiern%2F';
  addthis_title  = 'Doppelter+Anla%C3%9F+zum+Feiern';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/31/doppelter_anlass_zum_feiern/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mein Aufstieg&#8230;</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/30/mein_aufstieg/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/30/mein_aufstieg/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 30 Dec 2006 21:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2007/01/08/mein-aufstieg/</guid>
		<description><![CDATA[Einen Tag vor Silvester habe ich das ungewöhnlich gute Wetter genutzt und bin in Richtung Norden zum Park-e Djamshidiyeh (پارک جمشیدیه) aufgebrochen. Das ist einer von den vielen, großen Teheraner Parks, der deshalb besonders reizvoll ist, weil er in den Bergen liegt und mit Steinskulpturen und vielen kleinen Wegen sehr gelungen in das Landschaftsbild integriert [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einen Tag vor Silvester habe ich das ungewöhnlich gute Wetter genutzt und bin in Richtung Norden zum <em>Park-e Djamshidiyeh</em> (پارک جمشیدیه) aufgebrochen. Das ist einer von den vielen, großen Teheraner Parks, der deshalb besonders reizvoll ist, weil er in den Bergen liegt und mit Steinskulpturen und vielen kleinen Wegen sehr gelungen in das Landschaftsbild integriert wurde.</p>
<p>Die Wege innerhalb des Parks sind nicht nur steil ansteigend, sondern im Winter auch spiegelglatt. Das hängt in erster Linie damit zusammen, daß der Teheraner bei Schnee und Eis im Stadtgebiet generell nicht die Gehwege räumt, sondern räumen läßt. Und zwar von der Sonne. Sprich: Wenn Schnee fällt und der nicht sofort wegtaut, dann dauert es nur ein oder zwei Tage, bis er zu einer schönen Schicht festgetreten ist. Zwei weitere Tage Frost und/oder Regen und es gibt eine Eisschicht, wie sie besser nicht sein könnte. Die bleibt dann je nach Witterung einige oder viele Tage liegen, so daß möglichst alle was davon haben.<br />
 <br />
Zurück zum Park: Ich habe mich also mit etwa 18 kg Fotogepäck auf den Weg gemacht und mich Stück für Stück zum Gipfel durchgekämpft. Das Wetter war zwar trocken und sonnig, die Wege wiegesagt aber aufgrund der Eisschicht (und vielleicht auch meiner Sommerschuhe) etwas mit Vorsicht zu genießen. Trotzdem bin ich gut vorangekommen und habe es in eineinhalb Stunden bis auf etwa 2.100 Meter Höhe geschafft. Der Blick auf Teheran ist von diesen Höhen aus wirklich unbeschreiblich schön. Hinzu kommt, daß bereits der Weg als solcher viel Spaß macht, da es nicht nur einen, sondern viele kleine, miteinander verschlungene Wege gibt, die an schön in die Landschaft integrierten Stein- und Metallskulpturen vorbeiführen.<br />
 <br />
Am eigentlichen Ende des Weges habe ich zwei Teheraner getroffen, die fest entschlossen waren, auch ohne Weg noch weiter nach oben zu gehen, so daß ich mich ohne lange zu überlegen angeschlossen habe. Wir sind dann etwa eine halbe Stunde lang noch weiter gut bergauf gekommen, bis der Punkt erreicht war, wo weder mit Sommer- noch mit Winterschuhen etwas auszurichten war und es allmählich auch wirklich gefährlich wurde.<br />
 <br />
Also wieder runter – allerdings nicht in zwei, sondern in beinahe dreieinhalb Stunden, so daß es fast schon dunkel war, als wir wieder unten ankamen. Unterhalten hatten wir uns bereits die ganze Zeit über blendend. Wir haben zum Abschied noch einen Tee getrunken und beide wollten es sich partout nicht nehmen lassen, mich noch bis nach Hause zu fahren. Wir werden uns wahrscheinlich nächste Woche nochmal treffen und irgendetwas anderes unternehmen.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F30%2Fmein_aufstieg%2F';
  addthis_title  = 'Mein+Aufstieg%26%238230%3B';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/30/mein_aufstieg/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Besuch vom Weihnachtsmann</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/29/besuch_vom_weihnachtsmann/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/29/besuch_vom_weihnachtsmann/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 29 Dec 2006 11:08:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/29/besuch-vom-weihnachtsmann/</guid>
		<description><![CDATA[Heute abend war ich in einer Kirche. Ja, in einer Kirche! Und das, obwohl ich in Teheran bin und mit Religion, Kirchen und Moscheen generell nichts am Hut habe. Aber meine Universität hatte Einladungen für eine Neujahrsfeier verteilt und ich war persönlich eingeladen, also habe ich mir ein Taxi genommen und bin zur Kirche &#8220;Ibrahim&#8221; [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute abend war ich in einer Kirche. Ja, in einer Kirche! Und das, obwohl ich in Teheran bin und mit Religion, Kirchen und Moscheen generell nichts am Hut habe. Aber meine Universität hatte Einladungen für eine Neujahrsfeier verteilt und ich war persönlich eingeladen, also habe ich mir ein Taxi genommen und bin zur Kirche &#8220;Ibrahim&#8221; gefahren. Anschauen kostet nichts und mir war schon vorher klar, daß es auf jeden Fall ungewöhnlich werden würde.</p>
<p>Vor Ort wurden wir alle zunächst mit Gebäck und Getränken versorgt, etwa eine halbe Stunde später ging es dann in den eigentlichen Kirchenraum. Der sah so aus, wie man sich als Kirchen-Laie auch bei uns eine weihnachtliche Kirche vorstellen würde (Kreuz, Altar und Tannenbaum = volles Programm) und war mit rund 40 Leuten auch gut besetzt. Selbst das Fernsehen war da und hat während der gesamten Prozedur mit großer Hartnäckigkeit gefilmt.</p>
<p>Interessanterweise war der Saal etwa zur Hälfte mit Moslems gefüllt, da – wie ich erst später im Laufe des Abends erfuhr – diese Veranstaltung die erste ihrer Art war und dementsprechend viele wichtige Gäste eingeladen wurden. Ich saß zusammen mit rumänischen Bekannten in der zweiten Reihe, direkt hinter einigen offensichtlich wichtigen Moslems, die im Laufe des Abends mehrfach persönlich begrüßt und angesprochen wurden.</p>
<p>Es ging dann zunächst mit Text und Gesang los, wobei man sich auf englisch – offenbar der kleinste gemeinsame Nenner – geeinigt hatte. Später wurde, um allen Seiten gerecht zu werden, aus dem Koran vorgelesen. Dies geschah allerdings nicht nur im allgemein üblichen arabisch, sondern, zur allgemeinen Verwunderung auch mit paralleler Übersetzung ins Persische. Die härteste Probe war allerdings die zweite Hälfte des Abends, als ein iranischer Gelehrter geschlagene eineinhalb Stunden lang einen Vortrag über Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Christentum und Islam hielt. Komplett in persisch und für mich zu etwa drei Prozent verständlich.</p>
<p>Meine rumänischen Bekannten haben mich später aufgeklärt und informiert, daß dieser Vortrag wohl nicht nur tendenziell, sondern sehr eindeutig Pro-Islam war und andere Religionen darin nicht besonders gut weggekommen sind. Insofern also zumindest ein gutes Beispiel der Kirche für Nächstenliebe und christliche Toleranz&#8230; ;)  Bei meinem Gespräch mit dem Pfarrer erfuhr ich später, daß der Vatikan bereits seit einigen Jahrzehnten eine permanente Außenstelle im Iran aufrechterhält und mehr Veranstaltungen dieser Art geplant sind.</p>
<p>Zum Ende der Veranstaltung, also nach etwas mehr als drei Stunden, kam der <a href="http://www.nichtlustig.de/toondb/051216.html" target="_blank" class="liexternal">Weihnachtsmann</a> und hatte tatsächlich Geschenke für uns alle mitgebracht. Im Gegenzug verteilten die muslimischen Gäste anschließend ihre Präsente an die Gastgeber. Anschließend ging es wieder in den anderen Raum, in dem wir bereits zu Beginn des Abends waren und bekamen ein reichhaltiges Abendessen serviert. Wenn das immer so läuft, könnte ich mir vorstellen, daß die Kirche auch bei künftigen Veranstaltungen nicht leer bleibt&#8230;</p>
<p>Alles in allem also ein gleichermaßen interessanter wie streckenweise aber auch langweiliger Abend, der sich auf jeden Fall gelohnt hat.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F29%2Fbesuch_vom_weihnachtsmann%2F';
  addthis_title  = 'Besuch+vom+Weihnachtsmann';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/29/besuch_vom_weihnachtsmann/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mal was Positives&#8230;</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/28/mal_was_positives/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/28/mal_was_positives/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 28 Dec 2006 11:34:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/28/mal-was-positives/</guid>
		<description><![CDATA[Gerade eben hatte ich Gelegenheit, meine bisherigen Beiträge nochmal zu überfliegen und mußte dabei feststellen, daß vieles negativer klingt, als es eigentlich gemeint ist. Das war so nicht beabsichtigt. Wenn ich die letzten Tage zurückblickend betrachte, muß ich sagen, daß meine kühnsten Erwartungen übertroffen wurden.
Bevor ich herkam, hatte ich ja gedacht, daß es eine Weile [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gerade eben hatte ich Gelegenheit, meine bisherigen Beiträge nochmal zu überfliegen und mußte dabei feststellen, daß vieles negativer klingt, als es eigentlich gemeint ist. Das war so nicht beabsichtigt. Wenn ich die letzten Tage zurückblickend betrachte, muß ich sagen, daß meine kühnsten Erwartungen übertroffen wurden.</p>
<p>Bevor ich herkam, hatte ich ja gedacht, daß es eine Weile dauern würde, bis ich mich hier akklimatisiert hätte beziehungsweise, daß mir vieles eine ganze Weile lang fremd bleiben würde. Dem ist definitiv nicht so. Ich bin jetzt gerade mal eine Woche hier und fühle mich hier&#8230;nun&#8230;nicht direkt zu Hause aber doch zumindest heimisch. Ich feilsche mit Verkäufern, diskutiere mit Taxifahrern über persische Musik und finde mich auch ohne fremde Hilfe zurecht. Der Verkehr macht mir nichts aus und an die miserable Luft habe ich mich inzwischen auch gewöhnt.</p>
<p>Zu meinem Wohlbefinden trägt vermutlich zu einem ganz erheblichen Maß auch die Tatsache bei, daß Teheran fest in deutscher Hand ist&#8230; So haben nicht nur alle größeren deutschen Firmen hier Niederlassungen oder Geschäfte, sondern es vergeht auch kein Tag, an dem ich nicht irgendjemanden treffe, der gut bis sehr gut deutsch spricht. Die Wirkung, die man als Deutscher auf die Iraner hat, ist sowieso nur schwer vorstellbar: Jeder hier war entweder selber schon in Deutschland oder hat Familienangehörige oder Bekannte, die dort studieren oder arbeiten. Hamburg und Köln sind hier vermutlich besser bekannt, als viele iranische Städte.<br />
 <br />
Alles zusammen trägt dazu bei, daß ich mich hier nicht nur gut, sondern sehr gut aufgehoben fühle. Die Iraner sind nicht nur äußerst freundlich und aufgeschlossen, sondern auch Gastgeber, wie man sie sich besser nicht wünschen könnte. Leider ist das Bild vom Iran, das in unseren Medien gerne vermittelt wird, eines, das mit dem Leben auf der Straße nicht viel zu tun hat. Es wäre zu wünschen, daß sich das ändert und auch einige Bestimmungen hier vor Ort gelockert werden. Dann ist der Iran auch unter touristischen Gesichtspunkten ein Land, das mehr als eine Reise wert ist.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F28%2Fmal_was_positives%2F';
  addthis_title  = 'Mal+was+Positives%26%238230%3B';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/28/mal_was_positives/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Familienbekanntschaft</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/27/familienbekanntschaft/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/27/familienbekanntschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 27 Dec 2006 11:37:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/27/familienbekanntschaft/</guid>
		<description><![CDATA[Heute war ich wieder unterwegs, um Fotos von Teheran zu machen. Ich hatte mein Monstrum von Fotoausrüstung irgendwo zwischen Bäumen aufgebaut, war gerade fertig und beim zusammenpacken, als mich ein älterer Mann etwas mißtrauisch fragte, was ich hier machen würde und mir zu verstehen gab, daß es sich bei meinem Standort um sein Grundstück handeln [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Heute war ich wieder unterwegs, um Fotos von Teheran zu machen. Ich hatte mein Monstrum von Fotoausrüstung irgendwo zwischen Bäumen aufgebaut, war gerade fertig und beim zusammenpacken, als mich ein älterer Mann etwas mißtrauisch fragte, was ich hier machen würde und mir zu verstehen gab, daß es sich bei meinem Standort um sein Grundstück handeln würde.</p>
<p>Ich erklärte mein Begehr, entschuldigte mich für mein Eindringen und teilte ihm auf seine Nachfrage mit, daß ich aus Deutschland sei. Er lud mich daraufhin in sein Haus zu einer Tasse Tee ein. Ergebnis ist: Ich habe dort geschlagene viereinhalb Stunden verbracht, die gesamte Familie kennengelernt und auch fotografiert. Wir haben zusammen zu Mittag gegessen und ich habe mit der ältesten Tochter des Hauses über das Fotografieren gesprochen, da sie Fotografin ist. Ich habe mehrere Fotosammlungen mit ihr und ihrem Vater angeschaut und wir haben Geschenke ausgetauscht. Alles in allem eine äußerst positive und beeindruckende Erfahrung, die sich nahtlos in alle anderen Erlebnisse hier einfügt.</p>
<p>Vor ein paar Tagen hatte ich ja geschrieben, daß ich die mysteriöse vegetarische Pizza testen will&#8230; Seit ein paar Jahren gibt es in Teheran neben den traditionelleren Kebab-Imbissen eine große Anzahl dessen, was auch der Iraner als <em>Fast Food</em> bezeichnet. Verkauft werden dort sowohl Pizzas als auch Hamburger, allerdings doch mit einigen landestypischen Eigenheiten. So ist die bei uns gängige Tomaten-Grundierung der Pizza hier unüblich, stattdessen gibt es später zur fertigen Pizza einige Tütchen Ketchup, die der Gast dann obendrauf verteilt. Gewöhnungsbedürftig, aber bei den überwiegend noch in der Lernphase befindlichen Pizzabäckern eine geschmacksverbessernde Notwendigkeit.</p>
<p>Die Pizza als solche wird in zwei Größen angeboten, die aus europäischer Sicht als &#8220;klein&#8221; und &#8220;sehr klein&#8221; bezeichnet werden können. Die Preise ebenso. Meine Erfahrungen waren, was die vegetarische Ausführung betrifft, recht unterschiedlich und reichen von &#8220;gut&#8221; bis &#8220;fettig und übel&#8221;. Einen Versuch wert ist&#8217;s allemal!</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F27%2Ffamilienbekanntschaft%2F';
  addthis_title  = 'Familienbekanntschaft';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/27/familienbekanntschaft/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mein Freund, der Labu-Mann</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/26/mein_freund_der_labu-mann/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/26/mein_freund_der_labu-mann/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 26 Dec 2006 10:56:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/25/mein/</guid>
		<description><![CDATA[Labu (لبو) ist die persische Bezeichnung für rote Beete und wird in süßlicher Form in kleinen Portionen zum direkten Verzehr an jeder dritten Straßenecke verkauft. Heute abend war ich zu Fuß in der Nähe meiner Wohnung unterwegs und bin ich im Vorbeigehen von einem dieser Labu-Verkäufer angesprochen worden. Wir sind daraufhin ins Gespräch gekommen, ruckzuck waren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><em>Labu</em> (لبو) ist die persische Bezeichnung für rote Beete und wird in süßlicher Form in kleinen Portionen zum direkten Verzehr an jeder dritten Straßenecke verkauft. Heute abend war ich zu Fuß in der Nähe meiner Wohnung unterwegs und bin ich im Vorbeigehen von einem dieser Labu-Verkäufer angesprochen worden. Wir sind daraufhin ins Gespräch gekommen, ruckzuck waren auch diverse Freunde aus den umliegenden Geschäften da und wir haben uns alle prächtig unterhalten.</p>
<p>Es ist schon erstaunlich, welche Wirkung Ausländer hier auf die Teheraner haben. Egal wie und wo, überall gibt es nur freundliche Worte. Insbesondere natürlich dann, wenn man auch noch ein paar Brocken der Landessprache beherrscht und mit der persischen Kultur etwas vertraut ist. Es wäre schön, wenn das bei uns in Deutschland ähnlich wäre.</p>
<p>Ich habe den Labu-Verkäufer und seine Freunde nicht nur fotografieren dürfen, sondern durfte auch nicht ohne eine Gratis-Portion Labu gehen. Von den fertigen Fotos bekommt er Abzüge per Post von mir.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F26%2Fmein_freund_der_labu-mann%2F';
  addthis_title  = 'Mein+Freund%2C+der+Labu-Mann';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/26/mein_freund_der_labu-mann/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der Paykan</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/25/der_paykan/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/25/der_paykan/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 25 Dec 2006 17:47:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/28/der-peykan/</guid>
		<description><![CDATA[Man könnte ja meinen, daß eine Großstadt mit geschätzten 14 Millionen Einwohnern auch über ein entsprechend ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz verfügen müßte. In Teheran sieht die Praxis anders aus.
Herzstück der Personenbeförderung ist das Taxi, das entweder als Sammel- oder Einzeltaxi daherkommt und meistens aus einem klapperigen und betagten Modell der Baureihe Paykan besteht. Der Paykan ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man könnte ja meinen, daß eine Großstadt mit geschätzten 14 Millionen Einwohnern auch über ein entsprechend ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz verfügen müßte. In Teheran sieht die Praxis anders aus.</p>
<p>Herzstück der Personenbeförderung ist das Taxi, das entweder als Sammel- oder Einzeltaxi daherkommt und meistens aus einem klapperigen und betagten Modell der Baureihe <a href="http://www.aref-adib.com/archives/peykan500.jpg" target="_blank" title="Peykan" class="liexternal"><em>Paykan</em></a> besteht. Der <em>Paykan</em> ist ein Modell des iranischen Herstellers <em>Iran Khodro</em>, basiert auf dem britischen <em>Hillman Hunter</em> und wurde nahezu vierzig Jahre lang gebaut. Obwohl er inzwischen durch den deutlich moderneren und gefälligeren <em>Samand</em> abgelöst wurde, ist er nach wie vor das häufigste Automobil auf Teherans Straßen.</p>
<p>Sammeltaxis nehmen in der Regel vier Personen mit (eine vorne und drei hinten) und verkehren zwischen allen großen Plätzen oder Straßen. Sie sind spottbillig, kosten nur Pfennige und es gibt keine Geschlechtertrennung. Das heißt, sowohl Frauen als auch Männer nutzen diese Fahrmöglichkeit gemeinsam. Bei anderen Strecken vereinbart der Individualreisende mit dem Fahrer einen individuellen Preis. Selbst größere Distanzen innerhalb Teherans sollten aber nicht mehr als 4.000 oder 5.000 Toman kosten, was über den Daumen vier oder fünf Euro entspricht.</p>
<p>Weitere Beförderungsmöglichkeiten sind der Linienbus, der noch billiger als das Sammeltaxi, aber fast immer überfüllt ist.  Dort fahren Frauen im hinteren Bereich mit, von den gefährlichen Männern durch eine Stange getrennt. Und natürlich die U-Bahn. Die Teheraner Metro hat zwar nur wenige Linien und wird von der Bevölkerung noch nicht recht angenommen. Wenn man sich die anderen Beförderungsmittel anschaut, wirkt sie aber wie von einem anderen Stern. Sie ist nicht nur nagelneu, sondern auch technisch auf dem neuesten Stand. An den marmorgetäfelten Stationen hängen überall Flachbildschirme für Informationen und Werbung. Die Wagons sind sauber und aufgeräumt und kurz vor jeder Haltestelle ertönt eine kleine Musik bevor der Name der Haltestelle durchgesagt wird. Trotzdem ist sie mit 100 Toman (etwa 0,10 €) aus unserer Sicht spottbillig. Die ersten beiden Wagen sind ausschließlich für Frauen vorgesehen, allerdings können Frauen auch alle anderen Wagen benutzen. Alles in allem wirklich wie von einem anderen Stern und ein krasser Kontrast zu den sonstigen Teheraner Beförderungsmöglichkeiten.</p>
<p>Um das Verkehrschaos in den Griff zu bekommen, ist es seit einiger Zeit so, daß ähnlich wie in anderen Städten abhängig vom Nummernschild nur noch bestimmte PKWs in bestimmte Teheraner Bezirke fahren dürfen. Da das allerdings nicht für Motorräder gilt, haben viele Teheraner zusätzlich zum Auto auch noch ein Motorrad. Um die zweiradbasierenden Straftaten einzudämmen, erlaubt die Stadtverwaltung keine Motorräder mit mehr als 125 ccm, was zum wirklich schnellen Fahren zu wenig, zum Lärm machen und Stinken aber allemal genug ist.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F25%2Fder_paykan%2F';
  addthis_title  = 'Der+Paykan';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/25/der_paykan/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Wer hupt, hat mehr vom Leben</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/24/wer_hupt_hat_mehr_vom_leben/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/24/wer_hupt_hat_mehr_vom_leben/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 24 Dec 2006 15:04:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/24/wer-hupt-hat-mehr-vom-leben/</guid>
		<description><![CDATA[Wer noch nie hier war und sich Teheran im Winter vorstellen will, der ist gut beraten, wenn er an eine Mischung aus Italien und der DDR denkt. Und das nicht nur in verkehrstechnischer Hinsicht&#8230;
Daß die Luft einem mitunter den Atem abschneidet, hatte ich ja schon geschrieben. Das liegt natürlich zum Teil an der Lage in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wer noch nie hier war und sich Teheran im Winter vorstellen will, der ist gut beraten, wenn er an eine Mischung aus Italien und der DDR denkt. Und das nicht nur in verkehrstechnischer Hinsicht&#8230;</p>
<p>Daß die Luft einem mitunter den Atem abschneidet, hatte ich ja schon geschrieben. Das liegt natürlich zum Teil an der Lage in den Bergen, die eine Frischluftzufuhr erschwert. Insbesondere hängt es aber mit den hier verwendeten Fahrzeugen zusammen. Kurz gesagt: Alles, was mehr als ein Rad hat und Krach machen kann, darf sich im Straßenverkehr bewegen. Der sieht dementsprechend chaotisch aus und erfordert eine gewisse Gelassenheit, um damit täglich fertigzuwerden.</p>
<p>Die bringen die Teheraner auch mit und obgleich permanent und mit großer Ausdauer gehupt wird, hat das nicht viel zu bedeuten. Akustisch gewarnt wird dementsprechend auch aus ganz unterschiedlichen Gründen:</p>
<ul>
<li>weil man den Nebenmann auf die Nähe zum eigenen Fahrzeug aufmerksam machen möchte </li>
<li>weil man es eilig hat und der Vordermann gefälligst Platz machen möge </li>
<li>weil der Zebrastreifen nicht für Fußgänger da ist </li>
<li>weil noch Platz im Taxi ist und der Fahrer die Passanten auf die Mitnahmemöglichkeit aufmerksam machen will </li>
</ul>
<p>Andererseits - und das ist das Erstaunliche - passiert all das ohne jeglichen Anflug von Aggessivität. Ganz gleich, ob mein Taxifahrer mitten auf der Kreuzung wendet und danach auf der falschen Seite zurückfährt (um Weg und Zeit zu sparen) oder ob Motorradfahrer bei vollem Tempo den Fußgängerweg mitbenutzen: Alles wird von allen Beteiligten ohne Klagen oder Verwunderung hingenommen. Und daher ist es für Fußgänger auch überhaupt kein Problem, selbst die vielbefahrenen Plätze und Straßen an jeder gewünschten Stelle zu überqueren. Sowohl PKWs als auch Busse bremsen zumindest soviel ab, daß man sich zwischen zwei Fahrzeugen hindurchquetschen kann. An den großen Kreuzungen existieren zwar Ampeln, ob man den Signalen allerdings Folge leistet, liegt nach wie vor im Ermessen jedes Einzelnen. Sofern Polizei vorhanden ist, beschränkt sich deren Handeln ohnehin darauf, einzelne Fahrer per Megaphon zur Weiterfahrt zu ermuntern.</p>
<p>Immer wieder schön zu beobachten ist beispielsweise auch, wenn mein Taxifahrer zunächst den Nebenmann an der Kreuzung mehrfach anhupt und ihm den Weg abschneidet und dann trotzdem wenige Sekunden später ganz selbstverständlich nach dem Weg fragt. Natürlich bekommt er diese Antwort ohne irgendein böses Wort. Und trotz allem (oder gerade deswegen) funktioniert der Straßenverkehr auf ganz wundersame Weise.</p>
<p>Als Fußgänger hat man mit anderen Schwierigkeiten zu kämpfen: In Deutschland wird in der Fußgängerzone eine Strafe verhängt, weil die Ausstellware des Ladens zwei Zentimeter zuviel in die Gehfläche hineinragt. Hier kann man froh sein, wenn der Bürgersteig überhaupt begehbar ist. Mitunter kommt es vor, daß er einfach endet, weil ein Gebäude darauf steht. Mitunter kann es aber auch sein, daß für anstehende Bauarbeiten die gesamte Breite als Lagerfläche für eine riesige Menge Schotter gebraucht wird.</p>
<p>Sofern der Bürgersteig begehbar ist, ist es die Regel, daß er alle paar Meter durch kleine Treppen oder Schrägen unterbrochen wird, weil es bautechnisch offensichtlich nicht machbar ist, daß alle Einfahrten das gleiche Niveau bekommen. Nicht nur deshalb ist es ratsam, bei jedem Schritt genauestens auf den Weg zu achten. Es kann ebenso sein, daß mitten im Weg ein Loch von einer solchen Größe und Tiefe ist, daß dort nicht nur ein Kleinkind reinpassen würde, sondern gleich auch noch der gesamte Kinderwagen Platz fände. Noch spannender wird der Fußweg in den Abend- und Nachtstunden, da die Fußwege in der Regel wenig bis überhaupt nicht beleuchtet sind. Und ich rede hier wohlgemerkt nicht von kleinen Nebenstraßen, sondern von Hauptverkehrsstraßen mit zwei oder drei Fahrspuren in jede Richrung.</p>
<p>Übrigens hat gestern für mich auch die Uni begonnen. Die Universität ist von außen nicht unbedingt als solche erkennbar (sonst wäre es auch langweilig) und die Suche gestaltet sich bereits dadurch spannend, daß das Institut bei seiner Anschrift keine Hausnummer, sondern den Namen der nächstgelegenen Bushaltestelle nennt. Ich hatte genügend Zeit eingeplant und mit viel Fragerei in den umliegenden Geschäften letztlich doch mein Ziel gefunden. Man könnte ja meinen, daß in einem Institut, das sich speziell an jene Ausländer wendet, die die persische Sprache erlernen wollen, zumindest auch ansatzweise englisch gesprochen wird. Fehlanzeige. Der Perser liebt seine Muttersprache derart, daß alles andere unwichtig ist und hat in dieser Hinsicht vieles mit dem Amerikaner gemeinsam.</p>
<p>Mit viel Gestikulation konnte ich trotzdem mein Anliegen verständlich machen und bekam schließlich einen Fragebogen zur Einstufung meines Wissens vorgelegt, mit dem der richtige Kurs für mich ermittelt werden sollte. Originellerweise in einer derart schlechten Qualität kopiert, daß ich nicht einmal die Hälfte entziffern konnte und jetzt im Kurs &#8220;Elementary 2&#8243; sitze. Wenn es stimmt, daß der Mensch insbesondere durch Wiederholung lernt, dann kann ich in diesen dreieinhalb Wochen nicht viel falsch machen&#8230;</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F24%2Fwer_hupt_hat_mehr_vom_leben%2F';
  addthis_title  = 'Wer+hupt%2C+hat+mehr+vom+Leben';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/24/wer_hupt_hat_mehr_vom_leben/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der Alkohol und die Frauen</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/23/der_alkohol_und_die_frauen/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/23/der_alkohol_und_die_frauen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 Dec 2006 13:53:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/23/der-alkohol-und-die-frauen/</guid>
		<description><![CDATA[Um es gleich vorwegzunehmen: Beides gibt es im Iran – und zwar in reichlichen Mengen&#8230;
Direkt bei meiner Ankunft bekam ich Wodka angeboten, der, wenn ich die Geschichte richtig verstanden habe, von einem Armenier in 20-Liter-Fässern über die Grenze geschafft wird. Und auch ansonsten ist es – die richtigen Kontakte vorausgesetzt – kein Problem, an Bier, Wein, Schnaps und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Um es gleich vorwegzunehmen: Beides gibt es im Iran – und zwar in reichlichen Mengen&#8230;</p>
<p>Direkt bei meiner Ankunft bekam ich Wodka angeboten, der, wenn ich die Geschichte richtig verstanden habe, von einem Armenier in 20-Liter-Fässern über die Grenze geschafft wird. Und auch ansonsten ist es – die richtigen Kontakte vorausgesetzt – kein Problem, an Bier, Wein, Schnaps und andere Alkoholika zu kommen. Allerdings in der Regel auch zu recht stattlichen Preisen. Offiziell ist Alkohol natürlich nach wie vor verboten, weshalb es in den Geschäften eine Menge Getränke gibt, die wie Alkohol aussehen, aber natürlich alles andere sind.</p>
<p>Was das weibliche Geschlecht betrifft, ist es so, daß die iranischen Sittenwächter eigentlich streng darüber wachen, daß Männlein und Weiblein strikt getrennt sind und daß beide in der Öffentlichkeit keinesfalls zusammenkommen. Eigentlich. In der Praxis sieht es so aus, daß der Iran im mittleren Osten vermutlich das islamisch geprägte Land mit dem höchsten Anteil weiblicher Studenten ist (etwa 50 %, wenn ich richtig informiert bin) und über eine dementsprechend selbstbewußt auftretende weibliche Mittelschicht verfügt.</p>
<p>Das bedeutet nicht nur, daß das in der Öffentlichkeit zwingend vorgeschriebene Kopftuch mehr die Funktion eines Modeaccessoirs erfüllt und von den jüngeren Damen, gerne auch in schrilleren Farben, am Hinterkopf getragen wird. Auch Makeup und Designerschmuck sind in verschiedenen Kreisen geradezu zwingend vorgeschrieben. So teilt sich dann auch der weibliche Teil der Gesellschaft in zwei Lager: Zum einen die deutlich westlich geprägten Mädchen und Frauen mit modischer Kleidung, Makeup und Schmuck – die ohne das Kopftuch in keinem westlichen Land auffallen würden. Und zum anderen die komplett in schwarz gehüllten Gestalten, die man aus den Medien eher kennt, die aber zumindest in Teheran eine Minderheit sind.</p>
<p>Selbstbewußtsein und hoher Bildungsstand führen dann auch dazu, daß eben jene Damen nicht mehr unbedingt warten, bis sie von den Eltern einen Partner vorgestellt bekommen, sondern durchaus aktiv selber auf die Suche gehen. Allerdings – und das ist eine der negativen Seiten dieser Geschichte – habe ich noch kein Land oder keine Gesellschaft erlebt, in der man sich derart über materielle Dinge definiert, wie es im Iran der Fall ist. Ganz gleich, ob es um Autos, Kleidung oder technische Geräte geht, die erste Frage ist immer die nach dem Preis. Wer viel hat, hat in der Teheraner Gesellschaft automatisch auch viele Freunde und Bekannte. Wer ein neues Auto hat, ist gut dran, wer beispielsweise sogar ein deutsches Auto fährt, hat es wirklich zu etwas gebracht und leidet mit Sicherheit nicht mehr unter Einsamkeit.</p>
<p>So kommt es, daß junge Damen sich sehr wohl überlegen, auf wen sie aktiv zugehen. Sollten die auf den ersten Blick erkennbaren Statussymbole nicht auch einen entsprechenden finanziellen Hintergrund vermuten lassen, dann wird es in der Regel nicht zu einem Annäherungsversuch kommen.</p>
<p>Der könnte beispielsweise so ablaufen: Während der Autofahrt befindet sich auf gleicher Höhe ein Fahrzeug mit zwei oder mehr jungen Damen, die eindeutige Signale aussenden. Wenn im eigenen Fahrzeug Interesse am Kennenlernen besteht, kann es durchaus sein, daß man bei laufender Fahrt durch das offene Fenster Telefonnummern austauscht. Das geht schnell und kann von den Sittenwächtern wenig bis überhaupt nicht kontrolliert werden.</p>
<p>Insgesamt hat sich die Teheraner Jugend durchaus ihre Freiräume geschaffen, die durch die Sittenwächter schwer einsehbar sind. Angesichts der vielen Zwänge ringsherum ist das auf jeden Fall erfreulich. Wünschenswert wäre lediglich, daß man irgendwann erkennt, daß es außer den materiellen auch noch andere Werte gibt.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F23%2Fder_alkohol_und_die_frauen%2F';
  addthis_title  = 'Der+Alkohol+und+die+Frauen';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/23/der_alkohol_und_die_frauen/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der Azadi-Turm und die Bauaufsicht</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/22/der_azadi-turm_und_die_bauaufsicht/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/22/der_azadi-turm_und_die_bauaufsicht/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 22 Dec 2006 11:46:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/23/der-azadi-turm-und-die-bauaufsicht/</guid>
		<description><![CDATA[Weil der Iraner ernährungstechnisch schon zum Tier tendiert, ist das Leben als Vegetarier etwas gewöhnungsbedürftig. Irgendwann in den nächsten Tagen will ich die sagenumwobene vegetarische Pizza probieren, die immer wieder mal angeboten wird und vor der ich überall gewarnt wurde.
Das wird wettgemacht durch die Gastfreundlichkeit der Iraner, von der man auch ansonsten immer wieder hört. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Weil der Iraner ernährungstechnisch schon zum Tier tendiert, ist das Leben als Vegetarier etwas gewöhnungsbedürftig. Irgendwann in den nächsten Tagen will ich die sagenumwobene vegetarische Pizza probieren, die immer wieder mal angeboten wird und vor der ich überall gewarnt wurde.</p>
<p>Das wird wettgemacht durch die Gastfreundlichkeit der Iraner, von der man auch ansonsten immer wieder hört. Nicht nur, daß alle extrem hilfsbereit und nett sind, es ist auch sehr einfach, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Selbst dann, wenn man wie ich nur drei Brocken persisch kann. Egal, ob ich bis jetzt mit Taxifahrern, Soldaten oder Leuten auf der Straße gesprochen habe: alles sehr freundlich und interessant.</p>
<p>Heute abend war ich am Azadi-Platz und habe trotz Dunkelheit das sehr schön beleuchtete Wahrzeichen Teherans fotografiert. Der Platz ist riesig, komplett von fünf oder sechs Spuren Autoverkehr umgeben, es ist laut und stinkt - und trotzdem ist es ein sehr schöner Ort, den man unbedingt gesehen haben sollte. Der Azadi-Turm ist zwar weniger hoch, als ich mir vorgestellt hatte, aber dennoch extrem schön. Irgendwann nächste Woche komme ich tagsüber wieder und gehe nach oben (der Azadi-Turm ist begehbar).</p>
<p>Nicht nur dort, sondern auch an allen anderen Plätzen Teherans hätte die deutsche Bauaufsicht übrigens ihre helle Freude. Daß Bürgersteige immer wieder durch halbmetertiefe Löcher unterbrochen sind, die man bei Nacht (mangels Beleuchtung) erst in letzter Sekunde erkennt, ist die eine Sache. Noch lustiger ist, daß auch in den Kaufhäusern überall Ecken und Kanten hervorstehen und abisolierte Stromkabel aus der Wand schauen. In Wohnbereichen scheint es unbekannt zu sein, daß Stromleitungen auch geerdet werden können. Nach einem FI-Schutzschalter im Bad habe ich gar nicht erst gesucht&#8230;</p>
<p>Es passiert zwar schon jetzt viel (insbesondere Gasunfälle sind in vielen Regionen üblich) - es ist aber ein Wunder, daß nicht noch mehr passiert&#8230; Entweder machen die Schutzengel hier Überstunden oder es fällt nicht auf, wenn ein paar Teheraner fehlen.</p>
<p>Zum Autoverkehr hatte ich ja schon kurz was geschrieben: Chaotisch, laut und undurchschaubar. Eigentlich genau wie in Offenbach, bloß größer. Mein Entschluß, hier selber zu fahren, steht nach wie vor fest und ich will nächste Woche versuchen, an ein Auto zu kommen.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F22%2Fder_azadi-turm_und_die_bauaufsicht%2F';
  addthis_title  = 'Der+Azadi-Turm+und+die+Bauaufsicht';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/22/der_azadi-turm_und_die_bauaufsicht/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Mein erster Tag&#8230;</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/21/mein_erster_tag/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/21/mein_erster_tag/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 Dec 2006 10:48:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Teheran]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/23/mein-erster-tag/</guid>
		<description><![CDATA[&#8230;ist schon beeindruckend. Teheran ist nicht nur riesig, sondern super-riesig. Und in gleichem Maße auch grau und chaotisch. Straßen mit fünf oder mehr Fahrspuren in gleicher Richtung sind keine Seltenheit – und wo fünf Autos nebeneinander vorgesehen sind, da passen ohne weiteres auch sieben oder acht hin.
Verkehrsregeln scheint es zwar vom Prinzip her schon zu geben, aber offensichtlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;ist schon beeindruckend. Teheran ist nicht nur riesig, sondern super-riesig. Und in gleichem Maße auch grau und chaotisch. Straßen mit fünf oder mehr Fahrspuren in gleicher Richtung sind keine Seltenheit – und wo fünf Autos nebeneinander vorgesehen sind, da passen ohne weiteres auch sieben oder acht hin.</p>
<p>Verkehrsregeln scheint es zwar vom Prinzip her schon zu geben, aber offensichtlich haben sich alle darauf geeinigt, daß man ohne Beachtung derselben deutlich schneller vorankommt. So wird mitten auf Kreuzungen gewendet, werden vielbefahrene Straßen auch entgegen der Fahrtrichtung benutzt und überhaupt viel gehupt.</p>
<p>Der Teheraner an sich neigt – wenn er zum Auto greift – deutlich zum Hupen und macht auch gerne Jagd auf Fußgänger. Ist man zu Fuß unterwegs, muß man zwar schon beherzt loslaufen, um überhaupt über die Straße zu kommen. Trotzdem sollte man aber auch immer auf dem Sprung sein, da nur in seltenen Fällen gebremst wird.</p>
<p>Hat man sich aber erstmal damit arrangiert, dann lebt es sich damit einigermaßen. Schlimmer ist der permanente Smog: Ganz Teheran liegt rund um die Uhr unter einer atemraubenden Dunstglocke, die so übel ist, daß Autos bereits um 15:00 Uhr mit Licht fahren (sofern es denn funktioniert). Überall riecht es nach Öl, Zweitaktergemisch und schlecht eingestellten Vergasern. Mag sein, daß es im Sommer besser wird, zu dieser Jahreszeit ist das Atmen draußen alles andere als ein Vergnügen.</p>
<p>Ärzte fuer Atemwegserkrankungen dürften in Teheran ein sicheres Einkommen haben&#8230;</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F21%2Fmein_erster_tag%2F';
  addthis_title  = 'Mein+erster+Tag%26%238230%3B';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/21/mein_erster_tag/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Der Flug und meine Unterwäsche</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/20/der_flug_und_meine_unterwaesche/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/20/der_flug_und_meine_unterwaesche/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 20 Dec 2006 09:55:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Reise]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/23/11/</guid>
		<description><![CDATA[Ich schreibe die nächsten Einträge mit einigen Tagen Verspätung, weil ich mich erst den örtlichen Gegebenheiten anpassen mußte. Jetzt gibt&#8217;s Internet und alles wird gut&#8230;  
Mittwoch abend bin ich planmäßig in Teheran-Mehrabad gelandet. Der Flug war in Ordnung und gerammelt voll. Es war in der Tat so, wie ich schon im Vorfeld gehört hatte, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich schreibe die nächsten Einträge mit einigen Tagen Verspätung, weil ich mich erst den örtlichen Gegebenheiten anpassen mußte. Jetzt gibt&#8217;s Internet und alles wird gut&#8230; <img src='http://blog.khorsandifar.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Mittwoch abend bin ich planmäßig in Teheran-Mehrabad gelandet. Der Flug war in Ordnung und gerammelt voll. Es war in der Tat so, wie ich schon im Vorfeld gehört hatte, daß Iraner die Weihnachtszeit gerne nutzen, um die Verwandschaft zu Hause zu besuchen. Erste Erkenntnis: Was das Fliegen betrifft, ist auch Iran Air fest in der Hand der Amis. Zu trinken während des Fluges gibt es neben Tee und Kaffee ausschließlich Coca-Cola, Sprite und Fanta.</p>
<p>Zweite Erkenntnis: Auch bei nur fünf Stunden Flugzeit muß alle paar Minuten etwas zu Essen serviert werden. Wahrscheinlich verhindert das am effektivsten mögliche Aufstände aufgrund der veralteten Flugzeuge. ;)  Die Zollkontrollen im Iran sahen für mich so aus, daß man mich einfach durchgewunken hat. Auf diese Weise wurde beiden Seiten das Wühlen in meiner Unterwäsche erspart.</p>
<p>Zusammenfassend war der Flug unkompliziert, das Personal nett und die Zollkontrollen auf beiden Seiten nicht halb so schlimm, wie ich befürchtet hatte.</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F20%2Fder_flug_und_meine_unterwaesche%2F';
  addthis_title  = 'Der+Flug+und+meine+Unterw%C3%A4sche';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/20/der_flug_und_meine_unterwaesche/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
		<item>
		<title>Dreimal werden wir noch wach&#8230;</title>
		<link>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/18/dreimal_werden_wir_noch_wach/</link>
		<comments>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/18/dreimal_werden_wir_noch_wach/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 18 Dec 2006 00:17:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>saitam</dc:creator>
		
		<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.khorsandifar.de/?p=10</guid>
		<description><![CDATA[&#8230;dann geht&#8217;s los nach Teheran! :)  Wie angekündigt, gibt es während der kommenden Wochen an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen meine geistigen Ergüsse aus Teheran. Ich verspreche weder, daß es unterhaltsam wird, noch, daß es lehrreich sein könnte. Das einzige, was ich sicher weiß, ist, daß es für mich zeitsparender ist, als alle E-Mails einzeln zu beantworten. Und, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8230;dann geht&#8217;s los nach Teheran! :)  Wie angekündigt, gibt es während der kommenden Wochen an dieser Stelle in unregelmäßigen Abständen meine geistigen Ergüsse aus Teheran. Ich verspreche weder, daß es unterhaltsam wird, noch, daß es lehrreich sein könnte. Das einzige, was ich sicher weiß, ist, daß es für mich zeitsparender ist, als alle E-Mails einzeln zu beantworten. Und, daß die letzten Sätze verdächtig viele Kommas enthielten.</p>
<p>Mehr in Kürze&#8230;</p>
<script type="text/javascript">
  addthis_url    = 'http%3A%2F%2Fblog.khorsandifar.de%2Findex.php%2F2006%2F12%2F18%2Fdreimal_werden_wir_noch_wach%2F';
  addthis_title  = 'Dreimal+werden+wir+noch+wach%26%238230%3B';
  addthis_pub    = '';
</script><script type="text/javascript" src="http://s7.addthis.com/js/addthis_widget.php?v=12" ></script>
]]></content:encoded>
			<wfw:commentRss>http://blog.khorsandifar.de/index.php/2006/12/18/dreimal_werden_wir_noch_wach/feed/</wfw:commentRss>
		</item>
	</channel>
</rss>
