Willst du auch an der Aktion teilnehmen? Hier findest du alle relevanten Infos und Materialien:
Sämtliche Fotos und Texte © Matthias Fenzke, alle Rechte vorbehalten / all rights reserved, weitere Verbreitung (auch auszugsweise) nur mit schriftlicher Genehmigung

© Matthias Fenzke, alle Rechte vorbehalten / all rights reserved

زمستانم در تهران

Wähle ein Thema:

Einträge verfolgen:
Einträge per RSS 2 überwachenEinträge per Atom überwachen
Kommentare verfolgen:
Kommentare per RSS 2 überwachen
Mi
3
Jan '07

Kochabend

Auf meinem Weg von der Wohnung zum Meydun-e Vanak (für’s Taxi) komme ich jeden Tag an einer kleinen Bäckerei vorbei, hatte es aber aufgrund der allgemeinen Hektik und eines teilweise “straffen Tagesplans” (…positive Umschreibung…) noch nicht geschafft, dort vorbeizuschauen. Heute war das anders – Freunde hatten mich für den Abend zu einem Kochabend eingeladen, so daß ich noch einige Besorgungen machen mußte.

Als Deutscher ist man ja brottechnisch bekanntermaßen mehr als verwöhnt: Mehr als hundert verschiedene Sorten machen Deutschland zum Land mit der größten Auswahl weltweit. Im Iran ist das Sortiment dementsprechend kleiner und unterteilt sich nach meiner bisherigen Erfahrung in zwei Gruppen:

  • komische Sorten
  • leckere Sorten

Die Konsistenz der komischen Sorten schwankt generell zwischen furztrocken und staubig, macht den Genuß etwas gewöhnungsbedürftig und ein Belegen zur Herausforderung. Dabei sollte man allerdings berücksichtigen, daß der Iraner – im Gegensatz zum Mitteleuropäer – nicht zur Fraktion der Brotbeleger gehört. Brot wird hier entweder in Stücke gebrochen oder dient zum Aufnehmen der Speisen.

Die leckeren Sorten bestehen derzeit nur aus Sangak (سنگک), einem Fladenbrot, das in großen Öfen direkt auf heißen Steinen gebacken wird und seine Herkunft auch durch den Namen verrät: Sang (سنگ) ist das persische Wort für Stein. Wer in den Iran kommt, tut gut daran, zunächst nach Sangak Ausschau zu halten.

Zurück zur Bäckerei: Ich habe mit dem Bäckermeister etwa zwanzig Minuten über die Welt im Allgemeinen sowie sein Sortiment im Besonderen diskutiert und anschließend eine bunte Auswahl seiner Backwaren mitgenommen. Jetzt weiß ich, daß sein Bruder in Hamburg studiert – und daß die Unterhaltung nur drei Minuten gedauert hätte, wenn mein Persisch besser wäre… Später habe ich noch diverse andere Lebensmittel gekauft und mich am frühen Abend auf den Weg zum Kochabend gemacht.

Wir waren zu dritt, haben viel gekocht, viel gegessen, viel gelacht und die Satelliten-TV-Kanäle in allen Richtungen durchgenudelt. Ein schöner Abend!

Hier kannst Du Deinen Senf dazugeben: