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زمستانم در تهران

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Mo
1
Jan '07

Mein Schulalltag

Nach all den vielen Berichten aus Teheran heute mal ein paar Worte zum eigentlichen Anlaß meines Aufenthaltes hier. Teheran besitzt – wie es sich für eine Stadt dieser Größenordnung gehört – mehrere Universitäten. Das Institut, das ich täglich besuche, ist der größten Universität angeschlossen, liegt aber nicht auf dem eigentlichen Universitätsgelände. Angeboten werden diverse Kurse, darunter auch die Persischkurse für Ausländer. Diese untergliedern sich in die Stufen “Elementary”, “Intermediate” und “Advanced” und werden durch einige Sonderkurse ergänzt, die optional besucht werden können.

In meiner Klasse sind wir derzeit zwölf Studenten aus den Ländern Amerika, Australien, Brasilien, China, Deutschland, England, Neuseeland, Pakistan, Rumänien, Saudi-Arabien und Südkorea. In den anderen Persischkursen sind außerdem noch ettliche weitere Länder vertreten. Für die Kommunikation untereinander haben wir uns auf englisch geeinigt, da das mehr oder weniger von allen verstanden wird. Der Unterricht selber findet allerdings ausschließlich auf persisch statt! Die Stimmung in meiner Klasse ist optimal und wir kommen nicht nur mit dem Arbeitsmaterial gut voran, sondern haben auch eine Menge Spaß. Die Unterrichtszeit wird durch eine etwa halbstündige Pause unterbrochen, in der wir – wie könnte es anders sein – einen Tee zu uns nehmen.

Zum Institut gelange ich jeden Morgen, indem ich von “meiner” Wohnung etwa 20 Minuten zum Meydun-e Vanak laufe. Das ist der nächstgelegene größere Platz, von dem aus die Sammeltaxis abfahren. Ein Sammeltaxi muß man sich etwa wie einen Linienbus vorstellen, da es in der Regel zwischen zwei vom Fahrer festgelegten Punkten verkehrt. Vorne kommt ein Passagier rein und auf der Rückbank quetschen sich drei Mitfahrer samt ihren Taschen. Das ist nicht besonders bequem, dafür aber (je nach Verkehrsdichte) schnell und aus unserer Sicht spottbillig. Die Fahrt mit dem Sammeltaxi kostet mich umgerechnet etwa 0,40 € und wird nur noch vom Omnibus unterboten. Die Fahrt dauert je nach Verkehrsdichte zwischen einer halben und einer Dreiviertelstunde.

Bei den oben erwähnten Zusatzkursen handelt es sich um weiteren Unterricht auf freiwilliger Basis, der in der Regel einen größeren Praxisbezug hat. Meine Klasse hat beispielsweise jeden Mittwoch zusätzlich eine Stunde “Redeunterricht”. Dafür sitzen wir in einem Multimediaraum mit Sprechkabinen und Kopfhörern, hören vom Band verschiedene Alltagssituationen und reden anschließend darüber. In den fortgeschritteneren Klassen werden beispielsweise auch persische Zeitungen gelesen oder Radio- und Fernsehsendungen verfolgt.

Alles in allem ein sehr rundes Programm, das Lust auf mehr macht.

4 Antworten zu “Mein Schulalltag”

  1. Gert schreibt:

    hallo Matthias, nachdem ich nun Dein “Tagebuch” bis zum letzten Eintrag gelesen habe, bin ich sehr angenehm überrascht von Deiner Begeisterung für dieses Land, das aus unserer Sicht sich für uns noch nicht so geöffnet hat, wie man es von anderen Ländern kennt. Erstaunlich wie schnell Du Dich dort eingelebt und Dich an eine “andere” Lebensweise gewöhnt hast. Für den Rest Deines Aufenthaltes wünsch ich Dir weiterhin viel Erfolg, bleib schön gesund und mach noch recht viele und interessante Fotos. Herzliche Grüße Gert.

  2. Karl H. Wieß schreibt:

    Nun ja, jetzt kennen wir die Nationalitäten. Aber nicht, ob Sie z.B. dereinzige Mann im Kurs sind.
    Und: Was sind die Motive zum Erlernen der Fremdsprache? Von wann bis wann geht der Unterricht?
    Gibt es eine Mensa?

    Weiterhin viel Spaß und Erfolg beim Fremdsprachenkurs und viele Grüße aus dem Land, in dem die Primelchen anfangen aus der Erde zu treiben; so warm ist es hier.
    Karl H. Wieß

  3. saitam schreibt:

    Also geschlechtermäßig sind beide Seiten gut vertreten. Die Motive zum Erlernen sind allerdings ganz unterschiedlich. Einige sind mit persischen Partnern verheiratet, andere kommen beispielsweise aus benachbarten Ländern und brauchen die Sprache beruflich.

    Die Unterrichtszeit hängt davon ab, in welcher Klasse man ist. Meine Klasse geht von morgens 9:30 Uhr bis mittags 12:30 Uhr, zwischendrin gibt es eine kleine Pause. Zusätzlich haben wir einmal pro Woche (am Mittwoch) Zusatzunterricht auf freiwilliger Basis, der dem Sprech- und Hörverständnis dient.

    Eine wirkliche “Mensa” gibt es nicht, eher so etwas wie eine winzige Schulkantine. Angeboten werden dort neben dem überall im Iran üblichen Tee (چای) auch Brot mit Käse und andere Kleinigkeiten. Da das Institut in der Nähe des Meydun-e Tadjrisch (ein großer und sehr belebter Platz in Teheran) liegt, sind wir mit Essensmöglichkeiten verschiedenster Art bestens ausgestattet.

  4. Christine Grandy-Dick schreibt:

    Bitte teilt mir den genauen Namen der Sprachschule mit, ggf. mit genauer Adresse, mail und internet, wo man sich anmelden könnte.
    Ganz herzlichen Dank dafür.

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