Einen Tag vor Silvester habe ich das ungewöhnlich gute Wetter genutzt und bin in Richtung Norden zum Park-e Djamshidiyeh (پارک جمشیدیه) aufgebrochen. Das ist einer von den vielen, großen Teheraner Parks, der deshalb besonders reizvoll ist, weil er in den Bergen liegt und mit Steinskulpturen und vielen kleinen Wegen sehr gelungen in das Landschaftsbild integriert wurde.
Die Wege innerhalb des Parks sind nicht nur steil ansteigend, sondern im Winter auch spiegelglatt. Das hängt in erster Linie damit zusammen, daß der Teheraner bei Schnee und Eis im Stadtgebiet generell nicht die Gehwege räumt, sondern räumen läßt. Und zwar von der Sonne. Sprich: Wenn Schnee fällt und der nicht sofort wegtaut, dann dauert es nur ein oder zwei Tage, bis er zu einer schönen Schicht festgetreten ist. Zwei weitere Tage Frost und/oder Regen und es gibt eine Eisschicht, wie sie besser nicht sein könnte. Die bleibt dann je nach Witterung einige oder viele Tage liegen, so daß möglichst alle was davon haben.
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Zurück zum Park: Ich habe mich also mit etwa 18 kg Fotogepäck auf den Weg gemacht und mich Stück für Stück zum Gipfel durchgekämpft. Das Wetter war zwar trocken und sonnig, die Wege wiegesagt aber aufgrund der Eisschicht (und vielleicht auch meiner Sommerschuhe) etwas mit Vorsicht zu genießen. Trotzdem bin ich gut vorangekommen und habe es in eineinhalb Stunden bis auf etwa 2.100 Meter Höhe geschafft. Der Blick auf Teheran ist von diesen Höhen aus wirklich unbeschreiblich schön. Hinzu kommt, daß bereits der Weg als solcher viel Spaß macht, da es nicht nur einen, sondern viele kleine, miteinander verschlungene Wege gibt, die an schön in die Landschaft integrierten Stein- und Metallskulpturen vorbeiführen.
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Am eigentlichen Ende des Weges habe ich zwei Teheraner getroffen, die fest entschlossen waren, auch ohne Weg noch weiter nach oben zu gehen, so daß ich mich ohne lange zu überlegen angeschlossen habe. Wir sind dann etwa eine halbe Stunde lang noch weiter gut bergauf gekommen, bis der Punkt erreicht war, wo weder mit Sommer- noch mit Winterschuhen etwas auszurichten war und es allmählich auch wirklich gefährlich wurde.
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Also wieder runter – allerdings nicht in zwei, sondern in beinahe dreieinhalb Stunden, so daß es fast schon dunkel war, als wir wieder unten ankamen. Unterhalten hatten wir uns bereits die ganze Zeit über blendend. Wir haben zum Abschied noch einen Tee getrunken und beide wollten es sich partout nicht nehmen lassen, mich noch bis nach Hause zu fahren. Wir werden uns wahrscheinlich nächste Woche nochmal treffen und irgendetwas anderes unternehmen.




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